Jasmine Klasen
Im Haus der Museen in Olten steht neu der Kiesel im Rampenlicht
Am 13. Mai eröffnet das Oltner Strandbad mit seinem frisch sanierten Garderobengebäude inklusive neuem Restaurant. Auf einem Rundgang informierten die Projektverantwortlichen über den Stand der Dinge und die Neuerungen, auf welche sich die Badigäste freuen dürfen.
Olten «Es gibt keinen Ort, der in Olten so stark mit Emotionen, Erinnerungen und Lebensqualität verbunden wird wie die Badi Olten. Sie ist ein Stück Heimat, sorgt aber auch für Ferienfeeling bei allen, die nicht in den Urlaub verreisen.» Mit diesen Worten begrüsste Baudirektorin Marion Rauber vergangene Woche die Anwesenden zum Medienrundgang, an dem über den Baufortschritt der Sanierung des Garderobengebäudes informiert wurde.
Die rund 7,4 Millionen Franken teure bauliche Ertüchtigung des Gebäudes, die nach Saisonschluss im letzten Jahr begann, nähert sich mit grossen Schritten ihrer Vollendung. Bereits am 13. Mai soll die Badi ihre Tore wieder öffnen. Obschon noch fleissig gebohrt, geschraubt, gefräst und gestrichen wird, ist Projektleiter Reto Wollschlegel guter Dinge, dass der Schlussspurt gelingt: «Bis zur Eröffnung werden 99 % der Arbeiten fertiggestellt sein. Es kann sein, dass der Elektriker vielleicht noch ein paar letzte Installationen vornehmen muss, aber die Infrastruktur wird bereit sein.»
Das 1936/37 erstellte Strandbad wurde seinerzeit vom Architekturbüro Frey und Schindler im Stil der Moderne geplant. Aus der Feder des Büros stammt auch der architektonische Zwilling des Garderobengebäudes, der Erweiterungsbau des Frohheimschulhauses, der 1936 gleichzeitig mit dem Badi-Gebäude an die Urne gebracht wurde (gekoppelt an eine Steuererhöhung, notabene). Auch das nur wenige Meter von der Badi entfernte Hotel Glockenhof an der Mühlegasse (erbaut im Jahr 1938) ist den Ideen von Frey und Schindler entsprungen. Heute trägt das Hotel indes einen anderen Namen: Europe.
«Eigentlich sieht man dem Garderobengebäude gar nicht an, dass es schon ‹ein paar Jahre› auf dem Buckel hat, da der Baustil Gestaltungsmittel verwendet, die man auch heute noch kennt», erklärt Stadtbaumeister Kurt Schneider die Bausubstanz. Nicht zuletzt zeichne sich der Baustil durch seinen Funktionalismus aus, sprich: Die Architektur richtet sich nach dem Zweck. «Die Überlebensfähigkeit ist stets dann gegeben, wenn der Nutzen eines Baus in die Neuzeit übertragen werden kann», so Schneider. Und dies sei beim Badi-Gebäude der Fall.
«In die Neuzeit übertragen» bedeutet im vorliegenden Fall, dass Themen wie Erdbebensicherheit, energetische Sanierung, Hindernisfreiheit, Brandschutz und Absturzsicherung auf den aktuellen Stand gebracht wurden. Ins Obergeschoss gelangen die Badigäste neu auch mittels Lift beim Eingangsbereich. Weiter wurden alle sanitären Anlagen, Kabinen und «Chäschtli» erneuert beziehungsweise ersetzt. Auch wird es (bis auf die Schulklassen-Kabinen) keine geschlechtergetrennten Räumlichkeiten mehr geben; neu gibt es Einzel-Duschkabinen. Ebenfalls gehören die Gemeinschaftsgarderoben der Vergangenheit an. Die beliebten Mietkabinen bleiben der treuen Kundschaft derweil erhalten.
«Eine grosse Herausforderung – nebst der Beibehaltung der Struktur des Gebäudes – war und ist der Umgang mit den riesigen Flächen, die man auf den ersten Blick eigentlich gar nicht so vermutet», erklärt Reto Wollschlegel. «Beispielsweise gibt es 1500 Quadratmeter Bodenfläche im Barfussbereich, die entsprechend behandelt werden muss.»
Ein zentraler Bestandteil der Sanierung ist der Restaurantbereich, welcher sowohl für das Betriebspersonal wie auch die Badigäste eine Aufwertung erfahren hat. Eine neue Küche und zusätzliche Kühl- und Lagerräume sorgen dafür, dass täglich bis zu 5500 Personen versorgt werden können. Weiter wurde der Gastronomiebereich technologisch modernisiert: Mitunter wird das Essens- und Getränkeangebot künftig digital über Bildschirme angezeigt. Die Restaurantbesucher dürfen sich überdies über ein zum Ufer hin um 1,2 Meter verbreitertes Holz-Sonnendeck freuen. «Ein Highlight wird zudem die Pergola», freut sich Reto Wollschlegel. «Die bisherigen Stoffstoren weichen einem Lamellendach. Dieses sorgt für mehr Sonnenlicht und dafür, dass das Dach bei Regen automatisch schliesst.»
Während das Restaurant in der bevorstehenden Saison noch unter dem bisherigen Pächter betrieben wird, ist noch offen, wer ab der Folgesaison den Zuschlag erhält, da die Pacht neu ausgeschrieben wurde und sich daraufhin eine Handvoll Interessierte gemeldet haben. Marion Rauber betonte am Rundgang aber: «Wir sind sehr zufrieden mit dem aktuellen Pächter und arbeiten seit Jahren sehr zuverlässig zusammen. Der Stadtrat will aber die Chancengleichheit unter den Gastrounternehmen wahren.»
Auch die erste Etappe des Badi-Hochwasserschutzes wurde bei der Terrasse des Restaurants aufgrund der passenden Gelegenheit bereits umgesetzt. Bis jedoch die restlichen Etappen (koordiniert mit dem Kanton) umgesetzt sind, dürfte noch einiges Wasser die Aare hinunterfliessen.
David Annaheim
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