Marco Lorenz
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Margrit Dobler vermittelte authentische und berührende Einblicke.
Bild: zvg
Der Verein Alzheimer Solothurn hat das Jubiläumsjahr zum 30-jährigen Bestehen mit einem sehr stimmigen Anlass am 20. November beendet: Autorin und Expertin Margrit Dobler las in der Klosterkirche Olten aus ihrem Buch «Mitten im Leben und dement». Sie vermittelte berührende Einblicke in das Leben mit Frontotemporaler Demenz.
Olten Ernst Zingg, Präsident des Vereins Alzheimer Solothurn, schaute in seinen begrüssenden Worten in der Oltner Klosterkirche auf das Jubiläumsjahr des Vereins mit diversen Höhepunkten zurück. Er sagte, was nicht oft genug gesagt werden kann: Allein im Kanton Solothurn sind aktuell mehr als 5500 Menschen an Demenz erkrankt, wobei man pro erkrankter Person mit drei weiteren betroffenen Angehörigen rechnet.
Dann gab Ernst Zingg die festliche «Bühne» in der Kirche frei für Margrit Dobler. Sie hat 2018 den Fokuspreis von Alzheimer Solothurn für ihr Engagement zugunsten Betroffener von Frontotemporaler Demenz erhalten. Längst gilt sie landesweit als die Fachfrau für alle Fragen rund um diese Krankheit, die zu Persönlichkeitsveränderungen und Verhaltensauffälligkeiten führt und oft mit psychischen Erkrankungen verwechselt wird. Daran Erkrankte beleidigen schon mal unvermittelt Fremde auf der Strasse oder gehen in Unterwäsche vor die Tür.
Die «Sozialarbeiterin im aktiven Ruhestand» (Dobler über Dobler) ist davon überzeugt: Frontotemporale Demenz ist viel weiterverbreitet, als man weiss, wird aber nicht diagnostiziert. «Deshalb ist es umso entscheidender, dass alle Betroffenen fachlich gut begleitet werden», betonte sie. Zu gross sei die Gefahr der Isolation für Angehörige, weil sie sich mit der kranken Person nicht mehr in der Gesellschaft bewegen könnten. Seit vielen Jahren leitet sie Selbsthilfegruppen für Angehörige Erkrankter.
In ihrem Buch hat sie zwölf Geschichten aufgeschrieben. Etwa diejenige der Frau, die bei der Diagnose gerade mal 38 Jahre jung war. Just weil diese Form von Demenz zumeist nicht mit Vergesslichkeit beginnt, bleibt die Krankheit lange unerkannt. Im Buch lässt Margrit Dobler auch Angehörige ausführlich zu Wort kommen. Diese schildern eindrücklich, wie sie mit der Trauer über den langsamen Verlust ihres Gegenübers zu leben lernen. So sagt eine ältere Frau über ihren erkrankten, langjährigen Gatten: «Er ist jetzt mein kranker Partner. Trotz allem aber mein geliebter Partner.» Wenn er lächle, dann wisse sie: Er ist im Moment zufrieden. Das sei tröstlich. Mit ihrer Lesung vermittelte Margrit Dobler authentische und berührende Einblicke in die Not der Kranken – und ihrer Nächsten. Sie schloss die Lesung unter grossem Applaus, selbstredend gingen die Diskussionen am Büchertisch, wo sie ihr Werk signierte, weiter.
pd
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