Marco Lorenz
Dullikens Gemeindepräsident blickt zurück auf seine ersten Monate im Amt
Matthias Suter.
Bild: zvg
Mit frischem Elan ist der neu zusammengesetzte Gemeinderat von Däniken in die Legislatur gestartet. Gemeindepräsident Matthias Suter blickt im Interview zurück auf das Jahr 2025 sowie nach vorne auf die Herausforderungen, die Däniken in den kommenden Jahren beschäftigen werden.
Matthias Suter, gleich mit vier neuen Mitgliedern nahm der Däniker Gemeinderat vor wenigen Monaten seine Arbeit auf. Sind Sie gut in die neue Legislatur gestartet?
Mitte August 2025 sind der neu zusammengesetzte Gemeinderat und die Kommissionen sowie alle Delegierten mit Freude und Elan in die neue Amtsperiode gestartet. Winston Churchill hatte wohl eine genaue Vorstellung, was eine politisch tätige Person auszeichnen sollte. So soll er sich wie folgt geäussert haben: «Zu einem guten Politiker gehören die Haut eines Nilpferdes, das Gedächtnis eines Elefanten, die Geduld des Bibers, das Herz des Löwen, der Magen des Vogelstrauss und der Humor einer Krähe. Diese Eigenschaften sind allerdings noch nichts wert ohne die Sturheit des Maulesels.» Ich bin froh, dass die Vorstellung von Churchill bei uns nicht als Auswahlkriterium herangezogen wurde, sonst hätten wir die Positionen innerhalb des Gemeinderates, der Kommissionen und der Delegierten nicht derart erfolgreich besetzen können. Churchill soll weiter Folgendes geäussert haben: «Ein Politiker muss vor allem die Kunst beherrschen, im Voraus sagen zu können, was morgen, in einer Woche, in einem Monat und in einem Jahr geschehen wird. Und schliesslich noch die Fähigkeit, hinterher erklären zu können, warum es nicht eingetreten ist.» Gespannt freue ich mich darauf, zusammen mit meiner Kollegin und meinen Kollegen im Gemeinderat, den Kommissionen, den Delegierten und der Verwaltung sowie sämtlichen Mitarbeitenden unserer Gemeinde die kommenden Jahre aufzugleisen und mitzugestalten. Mitte November 2025 haben sich der neu zusammengesetzte Gemeinderat und das Verwaltungskader zu einem eintägigen Workshop zusammengefunden und die Schwerpunkte der Legislatur formuliert. Dies auch unter Beachtung der Eingaben der Kommissionen.
Ebenfalls im Sommer startete das Pilotprojekt zur «frühen Förderung». Worum handelt es sich dabei genau und welches sind die ersten Erkenntnisse, die seit Projektbeginn gesammelt werden konnten?
Die frühe Förderung ist im Grundsatz ein Förderfeld für Kinder im Vorschulalter. Das Ziel dieser Förderung ist es, die Entwicklung und Chancengleichheit von Kindern frühzeitig zu unterstützen. All dies vor dem Kindergarteneintritt. In Däniken haben wir bereits vor dem Regierungsratsbeschluss eine Arbeitsgruppe gebildet, um den Forderungen des Kantons gerecht zu werden. Das Projektteam hat sich anfangs dafür entschieden, den Zugang zur frühen Förderung allen Kindern zu öffnen. Die Sprachstandserhebungen werden erfolgreich durchgeführt und entsprechende Spielgruppen für die Kinder gebildet. Erste Erkenntnisse, welche Däniken seit Beginn der Projektphase sammeln konnte, waren rein organisatorisch und strukturell. Der Mehrwert für die Kinder kann zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht eruiert werden. Dafür benötigen wir den Ablauf einer längeren Beurteilungszeit. Die Arbeitsgruppe, welche seit der neuen Legislatur neu aufgestellt ist, prüft derzeit die aktuelle Praxis mit den definitiven Weisungen des Kantons und erhofft sich im kommenden Sommer erste sichtbare Mehrwerte für die am Pilotprojekt teilnehmenden Kinder.
Welches waren Ihre Highlights im Jahr 2025 als Gemeindepräsident?
Das Jahr 2025 war rückblickend wiederum spannend und interessant. Es wurde viel überlegt, abgeklärt, geprüft, diskutiert, verworfen, geschrieben, überdacht, beschlossen, initiiert und zum Glück auch umgesetzt und erreicht. Gefreut habe ich mich im letzten Jahr erneut über die professionelle Vorgehens- und Arbeitsweise innerhalb der Abteilungen, der Verwaltung, der Kommissionen und im Gemeinderat. Es war wiederum ein zielführendes Miteinander.
Gefreut habe ich mich auch über die vielen Begegnungen im Dorf. Die guten Gespräche bleiben in positiver Erinnerung. Die sehr gut besuchte Jungbürgerfeier sowie die grosse Teilnahme der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger anlässlich der Gemeindeversammlungen stimmten mich ebenfalls positiv. Das politische Interesse und damit auch das Mitgestalten und -entscheiden der Bevölkerung sind für eine Gemeinde von grosser Wichtigkeit und werden in Däniken hochgehalten.
Durch den Zusammenschluss der Bürgergemeinde und der Einwohnergemeinde zur Einheitsgemeinde durften wir im vergangenen Jahr erstmals Einbürgerungsgesuche bearbeiten und vor Kurzem zusammen mit Mitgliedern des ehemaligen Bürgerrates den Weihnachtsbaumverkauf durchführen. Sehr positiv in Erinnerung bleiben mir auch das Jubilarenständchen, die 1. Augustfeier sowie der Seniorenanlass.
Däniken war in diesem Jahr gleich doppelt wegen dem Kernkraftwerk Gösgen in den Schlagzeilen. Einerseits wegen dem anhaltenden AKW-Gelder-Streit mit den Nachbarsgemeinden. Andererseits, weil das AKW seit vielen Monaten keinen Strom produziert. Was bereitet Ihnen mit Blick auf die Gemeinde-Finanzen mehr Sorge?
Der Souverän hat an der Gemeindeversammlung vom 1. Dezember 2025 das Budget 2026 mit einem Aufwandüberschuss von rund 1,9 Mio. Franken gutgeheissen. Sorgen bereiten mir in diesem Zusammenhang die gebundenen Kosten in den Bereichen Gesundheit, Soziale Sicherheit und Bildung. Diese Positionen machen einen grossen Teil des Gemeindehaushalts aus und sind kaum beeinflussbar. Das KKG ist für Däniken als Standortgemeinde, aber auch regional und überregional mit rund 600 Mitarbeitenden eine wichtige Arbeitgeberin. Als Gemeindepräsident schätze ich das partnerschaftliche Miteinander mit den Verantwortlichen des KKG, sei es in der Kommunikation, aber auch bezüglich Weiterentwicklungen. So hoffe ich, dass ein Wiederanfahren Ende Februar 2026 möglich sein wird. Bezüglich der Geldforderung der Anrainergemeinden halte ich fest, dass die Gemeinde Däniken nach wie vor an einer einvernehmlichen Lösung interessiert ist. Mit dem am 1. Januar 2016 in Kraft getretenen Finanz- und Lastenausgleich Einwohnergemeinden wurde eine neue Situation geschaffen, welche mitberücksichtigt werden muss. In diesem Zusammenhang ist auch der Kanton in der Verantwortung.
Welche Themen und Projekte werden Däniken 2026 prägen?
Wie bereits erwähnt, haben sich der Gemeinderat und das Verwaltungskader Mitte November 2025 zu einem eintägigen Workshop zusammengefunden und die Schwerpunkte der Legislatur formuliert. Es wird nun darum gehen, anhand der Schwerpunkte in den jeweiligen Ressorts Ziele und Massnahmen zu formulieren. Zwei Themen, welche uns in diesem Jahr weiter beschäftigen werden, sind die Finanzen und der Verkehr. So sind im Gemeinderat Überlegungen über die Stellung von finanzpolitischen Weichen zu diskutieren und der Budgetprozess ist zu modifizieren. Ferner sind Strategien und Lösungsansätze bezüglich des wachsenden Verkehrsaufkommens notwendig. Weiter werden wir uns mit dem Unterhalt unserer Infrastruktur, insbesondere mit der letzten Tranche der Erneuerung der öffentlichen Strassenbeleuchtung und dem Strassen- und Leitungsbau beschäftigen.
Sie haben das letzte Wort.
Däniken ist auch mit über 3000 Einwohnerinnen und Einwohnern eine Gemeinde, wo man sich kennt. Eine Gemeinde mit optimalen Voraussetzungen im Bildungsbereich samt langjähriger erfolgreicher Kindertagesstätte. Eine Gemeinde mit einer guten Grundversorgung und guten Voraussetzungen für Gewerbe- und Industriebetriebe und nicht zuletzt eine Gemeinde mit einem wertvollen und intakten Naherholungsgebiet.
Interview: David Annaheim
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