Gaby Kristandl
Sie führte durch das Jahreskonzert der MG Lostorf
Unter dem sinnigen Motto «Musik war meine erste Liebe» standen die beiden traditionellen Konzerte «Konzert-um-3» und «Galakonzert» des Veteranenspiels Kanton Solothurn im Mühlemattsaal in Trimbach. Die 65-köpfige Harmonie-Grossformation präsentierte sich im vielseitigen Programm von seiner besten Seite. Zum letzten Mal stand das Veteranenspiel dabei unter der Leitung von Robert Grob aus Obergösgen.
Trimbach Über die Jahre hinweg ist es Robert Grob gelungen, durch konsequente Arbeit aus dem Veteranenspiel ein Harmonieorchester zu formen, bei dem die Holzblasins-trumente gut eingebaut sind. Dass dadurch eine gut hörbare Abmischung verschiedener Klangfarben möglich ist, kam schon ganz zu Beginn der Konzerte im Stück «Song for Sakiko» vom belgischen Komponisten Bert Appermont und in der Rockballade «Music» von John Miles deutlich zum Ausdruck. Letzteres Musikstück wählte Grob zur Leitmelodie des ganzen Konzerts. Für ihn ist klar: «Musik ist so stark, dass man sich nie von ihr trennt, sie Generationen verbindet und ihr bis ins hohe Alter treu bleibt.»
Solist in den beiden Konzerten war der erst 24-jährige Sandro Erni aus Untersiggenthal, der sein Bachelorstudium auf der Trompete sowie in Musikpädagogik abgeschlossen hat und bereits in frühen Jahren mit einer Vielzahl von Musikpreisen ausgezeichnet wurde. Der Aargauer zeigte trotz eklatantem Altersunterschied zu den Musikantinnen und Musikanten im Veteranenspiel keinerlei Berührungsängste. Mit seiner Natürlichkeit und seiner kollegialen Offenheit fand er auf Anhieb den Zugang zum Orchester. Das Zusammenspiel des Veteranenspiels mit einem Profimusiker klappte auch diesmal vorzüglich. Schon bei der Besprechung des Musikprogramms hatten Dirigent Robert Grob und Solist Sandro Erni in der Musik ihre gemeinsame Verbundenheit gefunden.
Bereits bei seinem ersten Auftritt, im wundervollen Stück «Ode an die Musik» vom amerikanischen Blasorchesterkomponisten Alfred Reed, wusste Sandro Erni zu überzeugen. Ausdruckstark und mit einer Leichtigkeit gewann er mit seinem strahlenden Trompetenklang innerhalb weniger Takte die Herzen des Publikums. Dies setzte sich auch im vielgewünschten «Dr Schacher Seppli» fort, ein Stück, das auch das Publikum im Trimbacher Mühlemattsaal begeisterte. Neben Sandro Erni spielte Daniel Scheurer an seiner Seite die zweite Solo-Stimme. Den Höhepunkt im zweiten Konzertteil bildete das Stück «What a wonderful world» von Georg David Weiss, ein zeitloses Lied, das Louis Armstrong unsterblich gemacht hat. Diesen Part übernahm jetzt auf wunderbare Weise Sandro Erni mit seiner Trompete.
Die beiden traditionellen Aufführungen «Konzert -um-3» und «Galakonzert» waren auch die letzten Auftritte des Veteranenspiels Kanton Solothurn unter der Leitung von Robert Grob. Während zwölf Jahren hat der ehemalige Kommandant des Schweizer Armeespiels die Konzerte der Grossformation geprägt. Unter seiner Regie hat sich das Spiel kontinuierlich entwickelt und über unseren Kanton hinaus Anerkennung, Begeisterung und Bewunderung ausgelöst. Zurück bleiben unvergessliche Momente und Konzerte zusammen mit Grössen wie Walter Scholz, den Geschwistern Biberstein, Noëmi Nadelmann, Pepe Lienhard oder Carlo Brunner.
Gross war die Liste der Leute mit Dankesbotschaften an Robert Grob. Pater Josef Bründler, selbst Ehrenmitglied des Veteranenspiels, würdigte die Verdienste von Robert Grob und dem Veteranenspiel, die dem Klostergartenfest von 2018 bis 2024 mit ihren legendären Auftritten einen bezaubernden Rahmen gegeben haben. «Was bleibt, sind wunderschöne Erinnerungen und Freundschaften mit bleibendem Wert.» Im Namen des Veteranenspiels dankte Hans Niederhauser Robert Grob für zwölf unvergessliche Jahre, in denen Grob das Orchester weitergebracht habe mit neuen Ideen, die bis ins Detail seine unverkennbare Handschrift trugen. Der Dank gelte auch seinen unermüdliche Arbeiten rund um das Veteranenspiel, die weit über die musikalische Leitung hinausgingen. Christian Röthlisberger, Präsident des Veteranenspiels, übergab dem scheidenden Dirigenten eine Urkunde mit Noten eines von Eugen Busslinger (Trimbach) komponierten Marsches mit dem Namen «Golden Times», der eigens auf Robert Grob und seinen militärischen Hintergrund als ehemaliger Kommandant der Schweizer Militärmusik zugeschnitten ist. Musikpädagoge Busslinger dirigierte selbst die Uraufführung seines gefälligen Musikstückes. Nicht ohne Wehmut dankte Robert Grob dem Publikum und allen Musikerinnen und Musikern im Veteranenspiel. Nach dem passenden Abschluss-Stück «Goodbye» von Erwin Halletz setzte wie immer der «Solothurner Marsch» von Stephan Jaeggi den endgültigen Schlusspunkt.
Ulrich Dysli
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