Fritz Gassmann
Was steckt eigentlich hinter Künstlicher Intelligenz?
Martin Richiger. zvg
Seit rund einem halben Jahr ist Martin Richiger als Gemeindepräsident von Obergösgen im Amt. Im Interview spricht er über die aktuellen und bevorstehenden Herausforderungen des Dorfes.
Martin Richiger, seit rund einem halben Jahr sind Sie Gemeindepräsident von Obergösgen. Sind Sie und Ihre Ratskolleginnen und -kollegen gut in die neue Legislatur gestartet?
Ja, wir sind sehr gut gestartet. Die ersten Monate waren geprägt von intensiver Zusammenarbeit, vielen Gesprächen und einem gemeinsamen Willen, rasch Tritt zu fassen. Als neues Gremium mussten wir uns zunächst finden, Rollen klären und Prioritäten schärfen. Das ist uns erfreulich schnell gelungen. Heute spüren wir im Gemeinderat eine konstruktive, lösungsorientierte Dynamik, die uns erlaubt, Projekte effizient voranzubringen und gleichzeitig Raum für unterschiedliche Perspektiven zuzulassen. Diese positive Grundhaltung motiviert uns alle für die kommenden Aufgaben.
Was haben Sie an Ihrem Vorgänger Peter Frei am meisten geschätzt?
An Peter Frei habe ich besonders seine ruhige, überlegte Art geschätzt. Er hat die Gemeinde über viele Jahre mit grosser Sachlichkeit, Verlässlichkeit und einem beeindruckenden Pflichtbewusstsein geführt. Seine Erfahrung und sein Gespür für pragmatische Lösungen waren für uns alle wertvoll. Ich durfte in der Übergangsphase viel von ihm mitnehmen – sowohl inhaltlich als auch menschlich. Für dieses kollegiale Miteinander und seine stets offene Tür bin ich ihm sehr dankbar.
Nach Dulliken können seit diesem August nun auch die Obergösger Schüler gratis mit dem Bus zur Schule fahren – dies mit dem Ziel, Elterntaxis zu reduzieren. Sind Sie zufrieden mit dem Start des Pilotversuchs?
Ja, der Start ist insgesamt sehr erfreulich verlaufen. Wir beobachten, dass das Angebot gut genutzt wird und viele Familien den Schulbus als praktische Alternative zum Elterntaxi entdeckt haben. Natürlich braucht es zu Beginn immer eine gewisse Eingewöhnungszeit, sowohl für die Kinder als auch für die Abläufe im Hintergrund. Doch die Rückmeldungen aus der Schule und von den Eltern sind überwiegend positiv. Für uns ist wichtig, dass der Pilotversuch nicht nur den Verkehr rund um die Schulhäuser entlastet, sondern auch einen Beitrag zur Sicherheit der Schülerinnen und Schüler leistet. Wir werden den Versuch laufend auswerten und bei Bedarf nachjustieren, doch der erste Eindruck stimmt uns sehr optimistisch.
Welche Ereignisse bleiben Ihnen von Obergösgen im Jahr 2025 in besonders guter Erinnerung?
Besonders in Erinnerung bleiben mir die vielen Anlässe, die zeigen, wie lebendig unser Dorf ist. Die Seniorenreise, die 1.-August-Feier, das Beizli-Fäscht, das Gewerbetreffen, das Jassturnier und zahlreiche weitere Begegnungen haben eindrücklich vor Augen geführt, wie vielfältig und engagiert unsere Gemeinschaft lebt. Solche Momente stärken den Zusammenhalt und machen für mich den besonderen Charakter von Obergösgen aus.
Kürzlich hat Obergösgen die Ortsplanungsrevision abgeschlossen. Welches sind die grössten Veränderungen, die mit der Revision einhergehen?
Die neue Ortsplanung bringt keine grundlegenden Änderungen mit sich, insbesondere bleiben Umzonungen aus. Im Zentrum stand vor allem die Überarbeitung der bestehenden Regelwerke und Unterlagen, die nun in einer aktualisierten und zeitgemässen Version vorliegen. Zudem waren verschiedene Anpassungen notwendig, um die Vorgaben des revidierten Raumplanungsgesetzes korrekt umzusetzen.
Welche weiteren Herausforderungen galt es 2025 noch zu bewältigen?
Der finanzielle Handlungsspielraum der Gemeinde wird zunehmend kleiner. Besonders die teils massiven Anstiege der gebundenen Ausgaben, die von der Gemeinde kaum beeinflusst werden können, belasten Obergösgen zusätzlich und schränken die Möglichkeiten spürbar ein. Diese Entwicklung stellt die Gemeinde vor grosse Herausforderungen: Einerseits müssen die gesetzlichen Pflichtaufgaben zuverlässig erfüllt werden, andererseits soll weiterhin in die Lebensqualität der Bevölkerung investiert werden. Umso wichtiger wird eine vorausschauende Finanzplanung, die klare Prioritäten setzt und den Mut zu Entscheidungen zeigt, die nicht immer einfach sind. Es gilt sorgfältig abzuwägen, wo Mittel eingesetzt, wo gespart und wo neue Wege beschritten werden können. Nur mit verantwortungsvoller Führung und einem gemeinsamen Verständnis für die aktuelle Lage lässt sich die Zukunft nachhaltig gestalten.
Welche Projekte und Themen werden die Gemeinde in diesem Jahr beschäftigen?
Auch im laufenden Jahr stehen für Obergösgen wichtige Projekte an. Ein Schwerpunkt liegt auf der Umsetzung der neuen Ortsplanung. Gleichzeitig bleibt die finanzielle Entwicklung der Gemeinde ein zentrales Thema, insbesondere der sorgfältige Umgang mit gebundenen Ausgaben und die Priorisierung unserer Investitionen. Grosse Aufmerksamkeit erfordert zudem das Kleinfeldschulhaus. Die jüngste Zustandsanalyse zeigt klaren Sanierungs- und Modernisierungsbedarf, auch wenn die Grundstruktur solide ist. Nun gilt es, die notwendigen Massnahmen zu priorisieren und eine finanziell tragbare Lösung zu entwickeln. Diese Aufgabe wird uns intensiv beschäftigen und verlangt viel Verantwortung und Weitsicht.
Auf welche Anlässe im Jahr 2026 freuen Sie sich in Obergösgen am meisten?
Ich freue mich auf viele Anlässe, die auch 2026 das Leben in Obergösgen prägen werden. Besonders schön sind jene Veranstaltungen, an denen die ganze Dorfgemeinschaft zusammenkommt, sei es an der 1.-August-Feier, an Vereinsanlässen, kulturellen Veranstaltungen oder bei Begegnungen im Rahmen unserer traditionellen Aktivitäten. Solche Momente zeigen jedes Jahr aufs Neue, wie lebendig und engagiert unser Dorf ist.
Sie haben das letzte Wort.
Vielen Dank für das Gespräch. Gemeinsam mit dem Gemeinderat, den Kommissionen und der Verwaltung starte ich mit viel Energie und Zuversicht ins Jahr 2026. Ich freue mich auf viele Begegnungen mit den Menschen in unserem Dorf. Sie sind es, die Obergösgen lebendig machen und mich jeden Tag motivieren.
Interview: David Annaheim
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