Beat Loosli
Emotionaler Abschied des FUKO-Präsidenten
Iris Flükiger, Präsidentin von «Gwärb Niederamt», ist die Unterstützung des Berufsnachwuchses ein grosses Anliegen.
Bild: zvg
Fachkräftemangel, steigende Kosten und die Herausforderungen der Digitalisierung beschäftigen derzeit viele Unternehmen im Niederamt. Iris Flükiger, Präsidentin von «Gwärb Niederamt», erklärt im Interview, weshalb ein starkes regionales Netzwerk heute wichtiger denn je ist, warum die Berufslehre wieder mehr Wertschätzung verdient und weshalb digitale Fitness für Unternehmen zur Pflicht geworden ist. Zudem spricht sie über die Bedeutung der regionalen Verbundenheit und die Pläne für eine neue Gewerbe- und Berufsmesse.
Iris Flükiger, weshalb lohnt sich für die Unternehmen im entsprechenden Gebiet eine Mitgliedschaft bei «Gwärb Niederamt»?
Eine Mitgliedschaft bietet die Möglichkeit, sich mit anderen Unternehmen aus der Region auszutauschen und zu vernetzen. Gemeinsam können Anliegen besser vertreten und lokale Projekte unterstützt werden. Zudem profitieren die Mitglieder von Anlässen, Informationen und einem starken regionalen Netzwerk.
Wo drückt der Schuh bei den Mitgliedern des Gewerbevereins derzeit am meisten?
Viele Unternehmen beschäftigen aktuell der Fachkräftemangel und die steigenden Kosten. Gleichzeitig nimmt der administrative Aufwand stetig zu. Die Herausforderung und Gefahren einer Digitalisierung bereiten Sorgen. Dazu kommt eine etwas andere Arbeitsmoral als früher, das hören wir leider oft und dies ist doch eine bedenkliche Entwicklung, die es zu hinterfragen gilt.
Was wünschen Sie sich von der Politik in Bezug auf die Berufsbildung? Wo gibt es Verbesserungspotenzial?
Die Berufsbildung ist eine grosse Stärke der Schweiz und sollte weiterhin gefördert werden. Wichtig ist, dass die Berufslehre denselben Stellenwert erhält wie akademische Ausbildungen. Ich weiss ehrlich gesagt nicht, warum wir unsere Schulsysteme so stark auf eine akademische Schiene gebracht haben. Waren wir in der Schweiz doch beispielhaft gut unterwegs mit unseren Berufslehren, wie man sie kaum in einem anderen Land kennt. Das daraus entstandene Problem ist nun wohl für alle ersichtlich. Zudem finde ich es traurig, dass Jugendlichen mit einer soliden Berufslehre vermittelt wird, dass ihre Ausbildung minderwertig sei. Denn das ist sie absolut nicht! Praxisorientierte Erfahrungen sind unermesslich für ein Unternehmen.
Im August organisiert der Verein einen Infoanlass zum Thema Cybersicherheit. Wie wichtig ist es für ein Unternehmen in der heutigen Zeit, digital fit zu sein?
Digitale Kompetenzen sind heute für jedes Unternehmen wichtig – unabhängig von der Grösse. Themen wie Datensicherheit, Cyberangriffe oder der sichere Umgang mit digitalen Werkzeugen betreffen alle Betriebe. Wer digital fit ist, kann effizienter arbeiten und Risiken besser vorbeugen. Die Mitarbeiter müssen heute fitter denn je sein, denn oft sind sie es, die zwischen einem geglückten oder missglückten Angriff stehen.
Dem gegenüber steht der direkte Kundenkontakt. Wie zentral ist die regionale Verbundenheit eines Unternehmens heute noch als Verkaufs- oder Dienstleistungsargument?
Die regionale Verbundenheit bleibt ein wichtiger Erfolgsfaktor. Viele Kundinnen und Kunden schätzen persönliche Kontakte, kurze Wege und das Vertrauen in lokale Unternehmen. Gerade in einer zunehmend digitalen Welt gewinnt die Nähe zum Kunden sogar wieder an Bedeutung.
Gibt es konkrete Ideen oder Projekte, die Sie gerne mit Gwärb Niederamt vorantreiben möchten?
Wir möchten die Vernetzung zwischen den Unternehmen weiter stärken und den Austausch fördern. Ein besonderes Anliegen ist uns zudem die Unterstützung des Berufsnachwuchses. Aus diesem Grund möchten wir in absehbarer Zeit wieder eine Gewerbemesse mit integrierter Berufsmesse auf die Beine stellen. Dies bedeutet natürlich viel Aufwand und personelle Ressourcen, welche leider nicht immer leicht zu finden sind.
Interview: David Annaheim
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