Fritz Gassmann
Was steckt eigentlich hinter Künstlicher Intelligenz?
Am Sonntag, 25. Mai, wurde der Poesieweg aus der Feder von Christoph Schwager in der Nackgrube oberhalb Egerkingens feierlich eröffnet.
Egerkingen Poesie, Wald und Egerkingen – all dies gehört zum Leben von Christoph Schwager, der in der Region primär als Theaterschaffender Bekanntheit erlangte. So sei er in seiner Kindheit im Winter mit den Skiern vom Dorf via Jakobsleiter zur Blüemlismatt hinaufgewandert, um dann die darauffolgende Abfahrt zu geniessen. Auch die richtigen Worte zu finden, kann wortwörtlich ein langer, steiniger Weg sein. Wer sich nämlich von Egerkingen aus zu Fuss aufmacht, um den Poesieweg zu erleben, wird womöglich Parallelen zu Schwagers Kindheitserinnerungen entdecken. Anstelle einer Abfahrt gibt es nun als Belohnung halt einfach Poesie zu entdecken. Selbstverständlich ist der Startpunkt des Poesiewegs aber auch mit dem Auto erreichbar – egal ob dieser nun von der Blüemlismatt oder der Nackgrube her in Angriff genommen wird.
Auf die Idee für den Poesieweg kam Christoph Schwager, als er 2022 im oberbayrischen Oberammergau die Passionsspiele besuchte und auf einer Wanderung auf einen Poesieweg stiess. Nicht nur er war davon angetan: Als er Gemeindepräsidentin Johanna Bartholdi darauf ansprach, erntete er mit seiner Idee als Antwort nicht etwa ein «das ist interessant, aber…», sondern rannte bei ihr offene Türen ein. Kurze Zeit später meldete sich bereits Franz Fischer, Präsident der Kommission für Kultur, Gesellschaft und Soziales, um die Umsetzung anzupacken.
Ganz ohne Hürden verlief die Erstellung des Poesiewegs jedoch nicht. «Ursprünglich sollte der Weg durch die Gemeinde und der Dünnern entlang führen, was wegen des vorherrschenden Lärms und der sich bietenden Kulisse nicht zu überzeugen vermochte», erinnerte sich Schwager. Der Wald sei selbstredend schon immer als Option in den Köpfen herumgegeistert, doch von Beginn weg war klar, dass dies aufgrund der Auflagen kein leichtes Unterfangen darstellen würde. Doch wo ein Wille, da ein Poesieweg. Und siehe da: Der Wald und die Poesie konnten schlussendlich erfolgreich miteinander verknüpft werden.
Poesie hatte Christoph Schwager in jüngster Vergangenheit nicht mehr viel geschrieben. Jene Werke, die er in jungen Jahren zu Papier gebracht hatte, wollte er aber für den geplanten Poesieweg nicht einfach entstauben. Deshalb hat er dafür extra neue Texte verfasst. «Ich habe zudem versucht, diese so auf der Route des Poesiwegs zu platzieren, dass sie wo immer möglich einen Bezug zum Standort haben», erklärte Schwager. Doch woher nimmt der 68-Jährige seine Inspiration? «Meine Ideen kommen, wenn ich spazieren und wandern gehe – und vor allem unter der Dusche», so Schwager. Und schmunzelnd fügte er an: «Daher erlaube ich es mir, jeweils einen Teil der Wasserrechnung beim Geschäft abzubuchen.»
«Christoph Schwager ist es vorzüglich gelungen, an den 14 Stationen tiefsinnige, kritische, lustige, bodenständige, reale und surreale Poesietexte zu platzieren», lobte Egerkingens Gemeindepräsidentin Johanna Bartholdi in ihrer Ansprache den Inhalt des neuen Poesiewegs. «Die einzigartige Verbindung zwischen Wald und Poesie hilft uns, dem hektischen Treiben der Welt zu entfliehen. Die natürliche Schönheit des Waldes wirkt auf uns inspirierend und regt unsere Fantasie an.» Die Texte von Christoph Schwager würden in den Besuchern des Poesiewegs Emotionen hervorrufen, ein Lächeln auf das Gesicht zaubern, ein Nachdenken bewirken oder auch ein leeres Schlucken verursachen.
Bartholdis Danksagungen gingen aber auch an die Kommission Kultur, Gesellschaft und Soziales unter der Leitung von Franz Fischer, welche die Organisation der Umsetzung des Wegs an die Hand nahm, genauso wie an den Verein Aktives Alter Egerkingen, welcher die Posten im Wald aufgebaut hat.
David Annaheim
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