Der Waschbär
Das niedliche Raubtier stellt die Jäger vor grosse Herausforderungen
Wenn langjährige Anhänger des EHC Olten ins Schwärmen geraten und von den grossen Persönlichkeiten der Vereinsgeschichte erzählen, fällt früher oder später ein Name: Albin «Bine» Felc. Am 14. Mai feierte er seinen 85. Geburtstag zu Hause in Slowenien. Mit dabei: sein damaliger EHCO-Teamkollege Pius von Rohr.
Olten Als Albin «Bine» Felc Anfang der 70er-Jahre für den EHC Olten im Einsatz stand, war dies etwas Besonderes. Ausländische Spieler waren damals im Schweizer Eishockey noch eine Seltenheit. Der technisch brillante Angreifer aus dem damaligen Jugoslawien brachte eine neue Dimension ins Spiel der Oltner. Viele Beobachter bezeichneten ihn später als einen der besten Ausländer, die jemals das grün-weisse (bzw. damals das grün-gelbe) Trikot getragen haben. So war er denn auch beim EHCO-Saisonabschlussevent im April 1973 im Stadttheater vor 650 geladenen Fans als Stargast am Start – in Begleitung seiner Frau Vlasta. Dass sein Name auf der 2019 eingeweihten EHCO-Wall of Fame vorzufinden ist, auf der nur die grössten Figuren der Clubgeschichte verewigt werden, überrascht daher nicht.
Pius von Rohr spielte seinerzeit mit Felc für den EHCO – bis heute verbindet die beiden eine enge Freundschaft. Seit 45 Jahren fährt er mindestens einmal jährlich ins slowenische Radovljica, wo Felc seit vielen Jahren lebt. Die Anreise nimmt inzwischen aber wesentlich mehr Zeit in Anspruch als bei seinen ersten Besuchen: «Heute dauert die Autofahrt wegen der vielen Baustellen in Deutschland und Österreich knapp neun Stunden, früher waren es lediglich sechs bis sieben.» Einiges hat sich seit damals aber auch zum Besseren gewandelt: «Früher durfte man mit dem eigenen Auto nur jeden zweiten Tag auf die Strasse: An einem Tag durften Autos mit geraden Nummernschildern, am nächsten jene mit ungeraden fahren.» Der Grund: eine schwere Öl- und Wirtschaftskrise.
«Bine ist auch heute noch bei guter geistiger und körperlicher Verfassung», erzählt sein früherer Teamkollege Pius von Rohr . Er überbrachte ihm nebst den besten Glückwünschen auch Geschenke: Vom Geschäftsführer des EHCO, Chregu Roth, gab es Club-Souvenirs – eine spezielle Wolldecke, eine Kappe und einen 90-Jahre-Jubiläums-Puck aus dem Jahr 2024.
Kurze Zeit haben Felc und von Rohr sogar gemeinsam unter einem Dach gewohnt: «Anfang der 90er-Jahre kehrte er als Assistenztrainer von Kent Ruhnke nach Olten zurück. Bis für ihn eine Wohnung gefunden wurde, haben wir ihn bei mir zu Hause untergebracht», so von Rohr. Besonders schätzt er, dass Felc privat genauso war wie auf dem Eis. «Er ist ein Vorbild in jeder Beziehung. Er war nicht der Prügelknabe, sondern elegant und fein. Mit seinen flinken Manövern hat er dafür gesorgt, dass die Gegner auch ohne Checks die Bande gefunden haben.» Und auch privat sei er ein herzlicher, zuvorkommender Mensch.
Wann immer möglich, unternahmen Felc und Rudolf von Rohr in ihrer Zeit beim EHCO auch privat etwas. So grillierten die eingeschworenen Teamkollegen zur Aktivzeit gerne etwas im Säli-Wald. Ein privates Highlight war zudem vor rund 20 Jahren ein Ausflug mit weiteren EHCO-Veteranen in die slowenische Toscana – inklusive Fahrt im Nostalgiezug. Nun hofft Pius Rudolf von Rohr, dass er Bine Felc demnächst wieder einmal in Olten begrüssen kann. Falls alles nach Wunsch läuft, könnte es noch dieses Jahr so weit sein. Und darüber würde sich bestimmt nicht nur Pius von Rohr freuen.
David Annaheim
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