Gaby Kristandl
Sie führte durch das Jahreskonzert der MG Lostorf
Der Reinertrag der Übernachtungstaxe geht bis anhin zu 20% an die Einwohnergemeinde für die Pflege des Stadtbildes und der städtischen Infrastruktur sowie zu 80% an den Verein Region Olten Tourismus (ROT) für die Tourismusförderung.
Bild: da
Der Oltner Stadtrat plant, die City-Taxe für Übernachtungsgäste um 25 % zu erhöhen. Damit sollen dem im Juni 2024 eingeführten City Management zusätzliche finanzielle Mittel bereitgestellt werden, ohne die Stadt oder den Gewerbeverein, welche die Stelle aktuell finanzieren, stärker belasten zu müssen.
Olten Der Oltner City Manager nahm seine Arbeit im Juni 2024 auf, um Leerstände in der Innenstadt aktiv zu bewirtschaften, Veranstaltungen zu unterstützen und die Passantenfrequenzen zu erhöhen. Stadt und Gewerbeverein teilen sich bisher die Finanzierung der 40-Prozent-Stelle mit 60’000 Franken jährlich (Stadt: 40'000 Franken; Gewerbe Olten: 20'000 Franken). Seit dem Amtsantritt des City Managers wurden bereits einige Projekte umgesetzt, darunter der Tag der Oltner Modemeile oder der Kürbismarkt im Oberen Graben. Inzwischen habe sich jedoch gezeigt, dass viele entwickelte und begleitete Aktivitäten über die ursprünglich angedachte Rolle hinaus- und in den Bereich des Stadtmarketings hineingehen.
Auf operativer Ebene zeige die bisherige Erfahrung, dass die Akquise von Drittmitteln einerseits unabdingbar für die Erfüllung des dem City Managements zugedachten Auftrags sei. Andererseits nehme diese aber sehr viel Zeit in Anspruch; im Jahr 2025 rund 25% der Zeit des City Managements. Eine Erhöhung des Sockelbeitrags würde es daher ermöglichen, diese Ressourcen effektiv in nach aussen sicht- und spürbare Aktivitäten zu investieren. Durch diese erhöhte Grundfinanzierung liessen sich Formate wie ein Foodtrail oder ein digitaler Foxtrail alimentieren.
Aus Sicht des Stadtrats erlauben die Aktivitäten sowie die anerkennenden Rückmeldungen aus Gewerbe, Bevölkerung und Stadtverwaltung ein positives Zwischenfazit in Bezug auf die bisherigen Erfahrungen zum City Management. Daher will er nun mehr finanzielle Mittel für das City Management ermöglichen, ohne diese selbst berappen zu müssen. Dies, indem die Übernachtungstaxe (auch City-Taxe genannt) um 50 Rappen von Fr. 2.- auf Fr. 2.50 pro Übernachtung erhöht wird und der Ertrag nebst der Stadt und Region Olten Tourismus (ROT) neu auch dem City Management zugute kommen soll.
Gleichzeitig hält der Stadtrat allerdings fest, dass aufgrund der noch relativ kurzen Zeit und weil sich die Erfassung der Daten bspw. zu Passantenfrequenzen noch im Aufbau befindet, noch keine robuste Aussage zur Wirkung des City Managements möglich sei. Das ist insofern logisch, da das City Management vom Stadtrat nicht ohne Grund als dreijähriger Versuch angelegt wurde. Dass der Stadtrat nun bereits nach eineinhalb Jahren City Management dem Gemeindeparlament eine Teilrevision des Reglements der City-Taxe vorlegt, um dem City Management langfristig mehr Ressourcen zu verschaffen, ist daher bemerkenswert.
Der Reinertrag der Übernachtungstaxe geht bis anhin zu 20% an die Einwohnergemeinde Olten für die Pflege des Stadtbildes und der städtischen Infrastruktur sowie zu 80% an ROT für die Tourismusförderung. Mit der Teilrevision des entsprechenden Reglements würde ROT künftig noch 65 Prozent, die Stadt Olten 15 Prozent und das City Management neu 20 Prozent erhalten. Auf Basis der Zahlen von 2024 würde dies rund 34’000 Franken für das City Management bedeuten. Mit der Erhöhung der Taxe käme es zudem zu keinen Ertragseinbussen für ROT und die Stadt Olten.
Gemäss dem Stadtrat sei die Anpassung finanziell vertretbar, da sie im Vergleich zum Gesamtpreis einer Hotelübernachtung gering ausfällt. Ein Blick auf andere ausgewählte Städte zeige zudem, dass sich die Stadt Olten mit einer City-Taxe von 2 Franken pro Übernachtung aktuell eher am unteren Rand bewege und ein gewisser Erhöhungsspielraum vorliege. Alle involvierten Parteien - ROT, Gewerbe Olten, das City Management und die Stadt Olten - seien dem Vorschlag gegenüber positiv eingestellt.
David Annaheim
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