Laurent Karrer
Wangen bei Olten feiert den 800. Geburtstag
Die App, die letztmals im September 2023 ein Update erfahren hat, meldet bei vielen Android-Geräten «Keine Internetverbindung», obschon eine solche besteht.
Bild: da
Seit Juni funktioniert die Gemeinde-App «My Local Services» auf verschiedenen neueren Android-Geräten nicht mehr. Die App-Betreiberin kennt das Problem – will es aber nicht mehr beheben. Der Grund: Die App wird Ende Jahr ohnehin eingestellt. Die Stadt Olten bezahlt für den Dienst über 10'000 Franken pro Jahr.
Olten Rund 20 Gemeinden, darunter die Stadt Olten, nutzen die Gemeinde-App «My Local Services» (MLS) für ihre Kommunikation mit der Bevölkerung. Über die App werden unter anderem Gemeinde-News, Veranstaltungen und Entsorgungsinformationen veröffentlicht. Zudem können Einwohnerinnen und Einwohner darüber Schäden und Mängel an der städtischen Infrastruktur melden.
Doch seit Wochen sorgt die App bei Android-Nutzenden für Frust. Im Google Play Store häufen sich negative Bewertungen. Ein Nutzer berichtet, die App habe auf seinem Samsung S21 Ultra noch funktioniert, auf seinem S24 Ultra hingegen nicht mehr. Anscheinend kümmere sich niemand darum, das Problem zu lösen. Ein anderer schreibt, er sei bislang sehr zufrieden gewesen, könne die App aber seit Wochen nicht mehr nutzen. Auch der Nutzer eines Google Pixel 10 und eines Samsung A36 berichtet von Verbindungsproblemen und fragt, ob überhaupt noch mit einem Update zu rechnen sei. Eine Antwort der App-Betreiberin im App-Store bleibt aus.
Am 8. Juli informierte zudem die Stadt Thun, die MLS ebenfalls nutzt, dass die App auf Android-Geräten nicht funktioniere. Man stehe mit der Post, welche die Anwendung betreibe, in Kontakt, damit der Fehler in der Android-Version möglichst rasch behoben werde. Doch daraus wird nichts.
Auf Anfrage der NOZ bestätigt die für MLS zuständige Post-Tochter ePost Service AG: Der Fehler wird nicht mehr behoben. Der Austausch mit Android sei schwierig und die Kosten für die Fehlerbehebung liessen sich wirtschaftlich nicht verantworten. Denn: Ende Jahr wird der Betrieb von «My Local Services» ohnehin eingestellt.
Wie viele Nutzerinnen und Nutzer von dem Problem betroffen sind, lasse sich laut ePost Service AG nicht genau eruieren. Fest stehe jedoch, dass der Fehler bei neueren Android-Geräten auftritt. Für die betroffenen Gemeinden bedeutet dies: Ein Teil ihrer Bevölkerung kann den bezahlten Dienst mit ihren Geräten nicht länger nutzen. Eine teilweise Rückerstattung der Kosten ist dennoch nicht angedacht. Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen von ePost Service AG sehen dies nicht vor. Auf Anfrage erklärt ePost: «Wir sind uns bewusst, dass die aktuelle Situation für die Gemeinden sowie die Nutzerinnen und Nutzer der App unbefriedigend ist. Deswegen sind wir mit den betroffenen Gemeinden in Kontakt und bieten ihnen an, rasch und unkompliziert auf das neue Angebot zu wechseln.»
Mit den Verantwortlichen der Stadt Olten will sich die ePost Service AG im September treffen, um ihre Nachfolgelösung zu präsentieren. Für die MLS-Dienstleistung hat die Stadt bisher jährlich über 10'000 Franken bezahlt.
Der Oltner Stadtrat hat sich in seinem aktuellen Regierungsprogramm die Erneuerung des Internetauftritts auf die Fahne geschrieben. In diesem Zusammenhang sei auch zu prüfen, ob eine Zusammenführung von Webauftritt und App möglich beziehungsweise sinnvoll sei, wie es von Seiten Stadtkanzlei heisst. Ob künftig auf die Lösung der ePost Service AG oder auf eine andere gesetzt wird, wird sich weisen.
David Annaheim
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