Beat Loosli
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IdéeSport ist in der Schweiz an rund 180 Projektstandorten aktiv und hat sich auch in Olten einen Namen gemacht. Bild: IdéeSport
Mit den Angeboten «MidnightSports» und «OpenSunday» bietet die Stiftung IdéeSport in Olten niederschwellige Sport- und Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche an. Die Sparmassnahmen der Stadt stellen die Zukunft der etablierten Projekte nun aber in Frage.
Olten Seit rund 15 Jahren werden von der Stiftung IdéeSport in Olten die Angebote «MidnightSports» für Jugendliche der Oberstufe und «OpenSunday» für Kinder im Primarschulalter kostenlos angeboten. In den kälteren Monaten können sich die Teilnehmenden dabei gratis am Samstagabend in der Giroud-Olma-Halle beziehungsweise am Sonntagnachmittag in der Bifang-Turnhalle sportlich betätigen.
Vor zwei Jahren kam zudem das Angebot «MiniMove» am Sonntagnachmittag in der Kleinholz-Dreifachturnhalle hinzu, das an Kinder im Vorschulalter und deren erwachsene Bezugspersonen gerichtet ist. MiniMove sei derart gut angelaufen, dass es in der letzten Saison bisweilen sogar kurze Wartezeiten gab, weil die Hallenkapazität von 300 Personen erreicht wurde, erzählt Oliver Froelicher, Projektmanager bei der Stiftung IdéeSport mit Sitz in Olten.
«Mit den drei Angeboten ist ein Kreislauf entstanden, in welchem die Kinder im besten Fall von klein auf bis ins Teenager-Alter die verschiedenen Stufen durchlaufen. Am Ende landen sie vielleicht sogar im Herzstück unserer Stiftung, dem Coach-Programm, so dass sie am Ende selbst die Kinder und Jugendlichen leiten», erklärt Oliver Froelicher. Als Coach können verschiedene ausserschulische Kompetenzen erlernt und geübt werden. Dies wirke sich erwiesenermassen positiv auf den Einstieg in die Berufswelt aus. Zudem gibt es jeweils eine kleine finanzielle Entschädigung für die Einsätze in den Hallen.
Aufgrund des herausfordernden finanziellen Ausblicks der Stadt Olten hat der Stadtrat jüngst nun aber entschieden, diverse Leistungsvereinbarungen nicht mehr zu verlängern bzw. die Beiträge zu kürzen. Auch bei MidnightSports und OpenSunday, welche in der Saison 25/26 ihre 300. respektive 250. Durchführung feiern durften, ist die Streichung des gesamten städtischen Beitrags in der Höhe von 45'270 Franken pro Jahr vorgesehen; die Leistungsvereinbarung soll nach der bevorstehenden Saison nicht verlängert werden.
Insgesamt ist IdéeSport in der Schweiz an rund 180 Projektstandorten aktiv. «Es kann vorkommen, dass Projekte, die nach ein bis zwei Jahren nicht richtig ins Rollen kommen, wieder beendet werden», so Oliver Froelicher. «Bei langjährigen Projekten wie den betroffenen Angeboten in Olten ist es jedoch eher aussergewöhnlich, dass eine Gemeinde die Leistungen streicht.» Eine konkrete Begründung, weshalb die beiden Angebote von IdéeSport den städtischen Sparmassnahmen betroffen sein sollen, habe man nicht erhalten. Nebst IdéeSport sind auch andere Leistungserbringer von den Massnahmen betroffen, darunter beispielsweise die Trendsporthalle Momentum.
Während die Teilnehmerzahlen beim MiniMove herausragend sind, verhielten sich diese auch bei MidnightSports (zuletzt durchschnittlich 60 Teilnehmende) und OpenSunday (43 Teilnehmende) über dem nationalen und auf einem konstanten Niveau, wobei es aufgrund der jeweiligen Freundeskreise jährlich zu natürlichen Schwankungen kommt.
Eine grosse Herausforderung ist laut Froelicher, überhaupt erst an die Jugendlichen heranzukommen und das Angebot bekannt zu machen. Insbesondere Mädchen für das Angebot zu begeistern, habe sich in der Vergangenheit als schwierig herausgestellt. Während der Mädchenanteil in der Saison 24/25 gerade mal 1,9 % betrug, konnte dieser in der vergangenen Saison nun aber um ein Vielfaches auf 19,4 % gesteigert werden. Dies ist darauf zurückzuführen, dass das Team mit neuen weiblichen Coachs aufgestockt und eine Umfrage nur für Mädchen im Froheim-Schulhaus durchgeführt wurde. In der Folge wurde auch das Angebot bewusst stärker an die Bedürfnisse der weiblichen Teilnehmenden angepasst.
Auch abseits der sportlichen Ertüchtigung leisten die Angebote von IdéeSport einen gesellschaftlichen Beitrag. «Das Team von OpenSunday wird von der Behindertenorganisation Procap geschult, damit wir die Anlässe möglichst inklusiv gestalten können», berichtet Froelicher. «So hat beispielsweise mehrmals ein blindes Mädchen die Veranstaltungen am Sonntag besucht, worauf es zu einer gegenseitigen Sensibilisierung kam: Andere Kinder haben sich die Augen verbunden und gemeinsam wurde ein Parcours absolviert. Im MiniMove wiederum besteht das Coach-Team aus erwachsenen Frauen mit Migrationshintergrund. Und eine schöne Anekdote: An einem Anlass kam ein Vater mit Migrationshintergrund auf mich zu und bedankte sich bei uns. MiniMove sei nicht nur für die Kinder ein tolles Angebot, sondern auch für ihn selbst. Es sei ein Ort, an dem er im Kontakt mit den anderen Eltern Deutsch lernen könne.»
Oliver Froelicher unterstreicht, den Entscheid des Stadtrates zu respektieren, zumal IdéeSport stets gute Beziehungen zu den Oltner Behörden gepflegt habe. Zeitgleich hofft er, dass das Gemeindeparlament die gesellschaftliche Wichtigkeit der Angebote erkennt und den Entscheid noch umstossen wird. So könnten die beiden Projekte auch über die Saison 26/27 angeboten werden. Eine Hoffnung, die aufgrund der vorherrschenden Mehrheitsverhältnisse im Parlament (knappe linke Mehrheit) durchaus berechtigt ist.
David Annaheim
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