Andreas Schindelholz
Er ist als Armeeseelsorger im Einsatz
Tobias Käser.
Bild: zvg
Mehrere Tausend Menschen sind diesen Sommer in Europa bereits an der Hitze gestorben, auch in der Schweiz. Und das ist erst der Anfang: In Olten sind in den kommenden Jahren Tage mit über 40 Grad durchaus denkbar. Der Klimawandel ist Realität und nicht mehr rückgängig zu machen. Netto-0 soll verhindern, dass es noch schlimmer wird. Doch wir müssen uns auch vor den Folgen schützen, die schon da sind.
Klimaanlagen in Spitälern und Altersheimen sind deshalb richtig. Aber wir dürfen den Brand nicht mit Benzin löschen: Wer nachts Kohle- oder Gasstrom aus dem Ausland importiert, um zu kühlen, heizt den Klimawandel weiter an. Die Lösung: Strom selbst produzieren und speichern. Gerade an sonnigen Tagen sind die Strompreise tagsüber oft negativ, weil zu viel Solarstrom vorhanden ist. Statt fürs Einspeisen zu bezahlen, kühlen wir damit lieber unsere Häuser. Dies bewahrt uns einen kühlen Kopf, den wir für die anstehenden Herausforderungen dringend brauchen.
Es braucht auch ein Umdenken in der Stadtentwicklung. Die laufende Ortsplanung ist dazu eine Chance. Begrünte Strassen und Fassaden, Solarziegel, die man von echten nicht unterscheiden kann, sowie gute Aussendämmung müssen möglich sein. Auch dann, wenn ein Dach in der Altstadt dadurch einige Zentimeter höher wird. Gut isolierte Häuser sparen im Winter Heizenergie und schützen im Sommer vor Hitze.
Wird Olten nach dem Prinzip Ballenberg konserviert statt weiterentwickelt, sind wir für die Zukunft nicht gerüstet. Der Ortsbildschutz braucht eine flexiblere Interpretation. Geht es den Menschen gut, geht es auch der Wirtschaft gut: Schulen, Unis und Arbeitsplätze ohne erträgliches Raumklima kosten Geld, denn ab 30 Grad sinkt die Konzentration und Leistungsfähigkeit drastisch. Ein angenehmes Raumklima gehört so selbstverständlich zur Lebensqualität wie saubere Luft und sauberes Wasser, dafür setzt sich die GLP ein.
Tobias Käser, GLP Olten-Gösgen
Nächste Ausgabe:
Die Mitglieder der Oltner Ortsparteien schreiben abwechselnd «Blickwinkel»-Kolumnen in der NOZ. In der kommenden Ausgabe an der Reihe: die Fraktion Grüne/Junge Grüne.
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