Beat Loosli
Emotionaler Abschied des FUKO-Präsidenten
Die neue Ausstellung «Feuer und Flamme» im Dorfmuseum Lostorf rückt die lokale Feuerwehr in den Fokus und gibt Einblick in deren Entwicklung, Aufgaben und prägenden Ereignisse der vergangenen Jahrzehnte.
Lostorf Es war der Samstag, 21. August 1993, als frühmorgens ein Bauernhof mitten in Lostorf an der Hauptstrasse lichterloh brannte. Viele Dorfbewohner mögen sich noch an die Szenen von damals erinnern. Ein trauriges Spektakel, an welchem zwar keine Menschen, aber zehn Rinder und drei Kälber verendeten. Und es war wie bei der Vernissage der Ausstellung «Feuer und Flamme» im Dorfmuseum Lostorf am vergangenen Sonntag jenes Wochenende, in welchem im Dorf das Beizlifest über die Bühne ging. Auch der heutige Kommandant der Feuerwehr Wartenfels, Manuel Guldimann, hat die Bilder von damals noch im Kopf: «Wir wohnten noch an der Mahrenstrasse und es war stockdunkel bis auf das orange Licht, welches das Dorf erhellte», erzählte er im Rahmen seines Referats der Ausstellungsvernissage.
Die Ausstellung im Dorfmuseum reicht aber noch wesentlich weiter zurück und greift auch den bis dato grössten Dorfbrand im Jahr 1840 auf, welcher 17 Häuser in Schutt und Asche gelegt und 130 Personen obdachlos gemacht hatte. Selbst der Feuerwächter auf dem Säli-Schlössli holte damals morgens um halb fünf die Bevölkerung von Olten und Umgebung mit zwei Kanonenschüssen aus dem Bett und schrie durch sein Sprachrohr: «Loset ihr Lüt, es brönnt z Lostorf!»
Auch wenn die Feuerwehr Wartenfels – welche das Gebiet Lostorf und Stüsslingen abdeckt – eine Milizfeuerwehr ist, würde Manuel Guldimann dennoch weniger von einem Hobby, denn von einer Berufung sprechen. Und auch wenn Männer und Frauen im Kanton Solothurn grundsätzlich feuerwehrdienstpflichtig sind (die Frauen seit 1994), sei dies bei der Feuerwehr Wartenfels nicht mit einem «Zwang» gleichzusetzen, so Manuel Guldimann: «Wir wollen nur jene Leute, die kommen wollen, nicht jene, die kommen müssen. Denn letztere fehlen am Ende ohnehin nur an den Übungen und den Einsätzen.»
In seinen bisher knapp sieben Jahren als Kommandant der Feuerwehr Wartenfels hat Manuel Guldimann viele Höhen erlebt. Dazu gehören etwa der Zusammenhalt in der Truppe oder die Schaffung einer 60%-Stelle Fachperson Feuerwehr, welche den Milizbetrieb stark entlastet. Die Tiefen sollen aber nicht unerwähnt bleiben. Dazu zählte insbesondere die Zeit während Corona, welche den Feuerwehralltag auf die Probe stellte. Als gleichzeitig noch der Keller des Feuerwehrmagazins geflutet wurde – notabene als die Feuerwehr gerade selbst damit beschäftigt war, andere Keller auszupumpen – war der Tiefpunkt erreicht.
Überhaupt entspreche das Magazin mit Baujahr 1978 inzwischen nicht mehr den heutigen Anforderungen. Sei es, was die Grösse der Feuerwehr betrifft, dem Fehlen geschlechtergetrennter Umkleidekabinen – oder überhaupt richtiger Umkleideräume: «Unsere Umkleide befindet sich in der Fahrzeughalle», erklärt Manuel Guldimann. «Insbesondere im Winter ist es nicht immer so angenehm, wenn man das Magazintor öffnet und sich bei diesen Temperaturen umziehen muss.» Gemäss Guldimann laufen derzeit Projektierungen für ein neues Magazin, welches die nächsten rund 30 Jahre seinen Aufgaben gerecht werden kann.
Nebst dem Fokus auf die Feuerwehr Wartenfels (bzw. auf die Feuerwehr Lostorf-Stüsslingen-Rohr bis zum Namenswechsel im Jahr 2020) gibt es in der Ausstellung zudem allgemein Wissenswertes über das Feuer sowie verschiedene Schweizer Bräuche zu erfahren, bei welchen besagtes Element eine zentrale Rolle spielt.
Nebst der eigentlichen Ausstellung werden jeden Sonntag, an dem das Museum geöffnet hat, zum Thema passende Workshops für Familien durchgeführt. Am 31. August etwa können kleine Hufeisen selbst geschmiedet werden. Geöffnet hat das Dorfmuseum stets am Sonntag von 9.30 bis 12.30 Uhr mit Ausnahme der Herbstferien, wo das Museum geschlossen bleibt. Die Ausstellung «Feuer und Flamme» ist noch bis am 25. Oktober zu sehen.
Wer aus erster Hand Informationen zur Feuerwehr erhalten möchte, hat derweil am Donnerstagabend, 4. September, die Gelegenheit dazu. Dann organisieren die Feuerwehren im Kanton Solothurn einen «Tag der offenen Tore», welcher einerseits zur Rekrutierung neuer Mitglieder dient, andererseits aber auch die Feuerwehr generell der interessierten Bevölkerung näherbringen soll.
Infos zum Dorfmuseum Lostorf:
David Annaheim
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