Fritz Gassmann
Was steckt eigentlich hinter Künstlicher Intelligenz?
Im vergangenen Juni wurde Bernhard Studer zu Egerkingens neuem Gemeindepräsidenten gewählt. Worüber er sich sonst noch im Jahr 2025 freute und welche Herausforderungen derzeit in der Gemeinde anstehen, erzählt er im Interview.
Bernhard Studer, Sie wurden klar zum neuen Gemeindepräsidenten von Egerkingen gewählt. Was bedeutet Ihnen dieser Vertrauensbeweis aus der Bevölkerung? Und sind Sie gut ins neue Amt gestartet?
Das klare Ergebnis meiner Wahl als Gemeindepräsident von Egerkingen bedeutet mir sehr viel. Es gibt mir eine grosse Motivation, mich für alle Einwohnerinnen und Einwohner sowie unsere Gemeinde und Gemeinschaft einzusetzen. Das klare Votum bringt mir auch die Legitimation, als Gemeindepräsident zu wirken und aufzutreten, und ich bin gut ins neue Amt ge-startet.
Sie übernehmen das Amt von Ihrer Parteikollegin Johanna Bartholdi, die während 16 Jahren die Geschicke der Gemeinde leitete. Was zeichnet(e) sie aus?
Johanna Bartholdi hat die Gemeinde stets mit Energie, Mut, Kreativität und einer beeindruckenden Durchsetzungskraft geführt. Schon von Beginn weg zeigte sie, was politische Verantwortung für sie bedeutet: hinzustehen und notfalls unkonventionelle Wege zu gehen. Doch ist Johanna Bartholdi nicht nur eine Vollblutpolitikerin – sondern auch ein wohlwollender, herzlicher, humorvoller und volksnaher Mensch. Sie hat es geschafft, selbst in hektischen Zeiten immer ein Lachen zu schenken.
Im Mai konnte der Schulhaus-Neubau Mühlematt eingeweiht werden. Ist man nun bezüglich Schulraum fürs Erste gut aufgestellt oder wird der Platz schon bald wieder knapp?
Der Schulhaus-Neubau Mühlematt wird bestimmt für die Qualität unserer Schule mitentscheidend sein. Die Rückmeldungen der Schulleitung und der Lehrerschaft sind sehr positiv. Die bestehenden Räumlichkeiten sollten in der näheren Zukunft hinreichend sein.
Welche weiteren erfreulichen Ereignisse prägten das Jahr 2025 in Egerkingen?
Zunächst war 2025 ein Wahljahr. Das politische Personal konnte in Egerkingen erfreulicherweise schnell bestimmt werden. Die Benutzer von Bahn und Bus schätzen sicher die bessere Funktionalität der ÖV-Drehscheibe am Bahnhof Egerkingen, welche im letzten Jahr dem Betrieb übergeben werden konnte. Erfreulich ist weiter, dass die Migros den Bau des neuen Gäuparks in Angriff genommen hat, welcher eine Aufwertung bringen wird. Gleiches gilt für den Autobahnanschluss von Egerkingen, der längerfristig die Verkehrssituation fliessender gestalten kann. Der Ausweichverkehr ab der Autobahn stört viele Einwohnerinnen und Einwohner von Egerkingen. Der Kanton hat im letzten Jahr damit angefangen, im Gäu Ampeln zur Verkehrsdosierung aufzustellen. Deren Wirksamkeit bleibt bis heute umstritten.
Welche Hürden gab es 2025 zu meistern?
Die Finanzen der Einwohnergemeinde Egerkingen sind eine grosse Herausforderung. In der Vergangenheit konnten Aufwandüberschüsse mit Aufwertungen auf dem Finanzvermögen ausgeglichen werden. Solche werden aber ab 2026 leider nicht mehr zur Verfügung stehen. Nach intensiven Beratungen konnte der Aufwandüberschuss für 2026 auf 730'690 Franken reduziert werden. Dies war nur zum Preis von Verzicht, Vereinfachung, Verschiebung und auch gewissen Frustrationen zu haben. Investitionen konnten nur im unbedingt notwendigen Rahmen berücksichtigt werden.
Zwar beantragte der Gemeinderat der Gemeindeversammlung keine Erhöhung der Steuerfüsse für natürliche und juristische Personen. Aufgrund der angespannten Finanzlage mussten jedoch die Gebühren, die Personalsteuer sowie die Feuerwehrersatzabgabe auf ein kostendeckendes Niveau angehoben werden. Zudem wurde der Abgabesatz für Ausgleichszahlungen bei Ein- oder Aufzonungen erhöht.
Der Gemeinderat hat einen Aktionsplan erarbeitet, mit dem im nächsten Jahr verschiedene Seiten unserer Struktur hinterfragt und nach weiteren Einsparmöglichkeiten gesucht werden muss.
Was ist eigentlich der Stand der Dinge des Migros-Verteilbetrieb-Ausbaus?
Die Gemeinde Egerkingen hat gegenüber diesem Projekt eine kooperative Haltung eingenommen und mit der Migros und dem Kanton konstruktiv zusammengearbeitet. Bis anhin war dieses Projekt durch die Beschwerde der Gemeinde Neuendorf blockiert. Kurz vor Ende 2025 hat die Gemeinde Neuendorf ihre Beschwerde zurückgezogen. Dieses Projekt wird nun wieder Fahrt aufnehmen. Als eine der wichtigen ersten Aufgaben im neuen Jahr wird sich der Gemeinderat dieses Projekt nochmals vorstellen lassen, und wir werden auch den Austausch mit der Migros suchen.
Welche Themen und Projekte werden in Egerkingen in diesem Jahr im Fokus stehen?
Weniger Verkehr und Lärm ist ein permanentes Anliegen. Ich werde mich bei jeder Gelegenheit für eine Verbesserung der Situation einsetzen. Zwecks Verkehrsberuhigung, Lärmentlastung und Erhöhung der Verkehrssicherheit wird Egerkingen im nächsten Jahr auf allen Gemeindestrassen im Dorf Tempo 30 einführen. Einzig die Bahnhofstrasse vom Dorfzentrum bis zum Kreisel Hausimoll bleibt ausgenommen. Der Kanton schliesst sich an und führt auf der kantonalen Martinstrasse und in der Vorstadt ebenfalls Tempo 30 ein.
Im Jahr 2026 beginnen die Bauarbeiten für ein neues Wasserreservoir. Gleichzeitig mit dem Neubau des Gäuparks ist die Realisierung der Verbesserung der Busanbindung von und zur ÖV-Drehscheibe beim Bahnhof Egerkingen über die Hausimollstrasse angedacht. Angesichts der Finanzsituation ist diese Realisierung aber unter erneuter Prüfung und hängt letztendlich auch von einer substanziellen Kostenbeteiligung der Gäupark-Eigentümer ab.
Interview: David Annaheim
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