Marco Lorenz
Dullikens Gemeindepräsident blickt zurück auf seine ersten Monate im Amt
Die Eigentümerschaft des Areals Chalofen Süd, das sich auf der Grenze von Olten und Wangen bei Olten sowie zwischen Solothurnerstrasse und Bahnlinie befindet, beabsichtigt, das erwähnte Gebiet weiterzuentwickeln. Im Foyer des Stadthauses erhalten Interessierte nun einen Einblick, wie das neue «Stadttor» im Westen Oltens dereinst aussehen könnte.
Olten Im Verlauf des letzten Jahres haben die Areal-Eigentümerin, die AG für Wirtschaftsförderung (AWF AG) aus Egerkingen, sowie die Einwohnergemeinden Olten und Wangen bei Olten ihre Pläne für die Entwicklung des Areals Chalofen einen entscheidenden Schritt vorangebracht. Die AWF AG plant auf dem östlichen der beiden betroffenen Grundstücke eine Überbauung, überwiegend mit Wohnungen in der Grössenordnung von 2,5 bis 4,5 Zimmern sowie Gewerbeflächen. Aufgrund der Komplexität der Lage des Vorhabens – mitten auf der Grenze von Olten und Wangen gelegen – haben die beiden betroffenen Gemeinden in bemerkenswert unkomplizierter Manier vor einem Jahr eine Grenzbereinigung vorgenommen und das betroffene Grundstück ganz der Stadt Olten zugewiesen.
In den vergangenen Monaten wurde nun ein Architekturwettbewerb durchgeführt, mit dem Ziel, Vorschläge für die Bebauung und die Erschliessung des Gebiets zu entwickeln. Von den fünf eingereichten Projekten hat ein Beurteilungsgremium den Vorschlag des interdisziplinären Teams – bestehend aus der Rolf Mühletaler Architekten AG aus Bern sowie der Toni Weber w+s Landschaftsarchitekten AG aus Solothurn – zur Überarbeitung als künftiges Richtprojekt empfohlen.
«Das Projekt ist insbesondere auch städtebaulich herausfordernd, da es einerseits das Ende beziehungsweise den Anfang der Stadt darstellt, andererseits hinsichtlich der Topografie aufgrund des Gefälles von der Hauptstrasse zur Bahn», erklärte Pius Flury, Vorsitzender des Beurteilungsgremiums, an der Eröffnungsveranstaltung der Wettbewerbsausstellung am vergangenen Dienstagabend im Foyer des Oltner Stadthauses. Aufgrund der Lage sei entsprechend auch der beidseitige Verkehrslärm nicht zu unterschätzen.
Charakteristisch für das Projekt ist der aus einem Stück bestehende, siebengeschossige Baukörper mit drei Hauptfronten, die einen Garten umgeben. Dies verleihe dem Projekt eine klosterhafte Wirkung, so der Projektbeschrieb. Die grosszügigen, umlaufenden Laubengänge bilden zudem ein prägendes Element des Entwurfs. Sie dienen nicht nur der Erschliessung, sondern sollen Begegnungen zwischen den Bewohnenden – der Bau könnte Platz für rund 70 Wohnungen schaffen – fördern.
Der klosterhafte Bezug kommt nicht von ungefähr: Auf dem nebenanliegenden Grundstück befindet sich die Bethlehem-Kapelle. Dieses auf Wangner Boden befindliche Grundstück ist ebenfalls im Besitz der AWF AG. Die Angst, dass demnächst unmittelbar neben der Kapelle eine weitere grössere Baute entstehen könnte, ist jedoch unbegründet. Zwischen Kapelle und dem aktuellen Bauprojekt liegt nämlich eine sogenannte Freihaltezone. Heisst: Auf dieser Fläche darf grundsätzlich auch in Zukunft nicht gebaut werden. Sie soll aber in sinnvoller Weise aufgewertet werden, damit das Areal von der Kapelle bis hin zur neuen Überbauung eine Einheit bildet. Im Zusammenhang mit der Ortsplanrevision könnte beispielsweise ein Kinderspielplatz vorgesehen werden.
Das ausgewählte Projekt wird nun als Richtprojekt in das Verfahren zur Erarbeitung des privaten Gestaltungsplans einfliessen und bildet damit die Basis für die Ortsplanungsrevisionen beider Gemeinden. Diesbezüglich steht in Olten im kommenden Jahr das öffentliche Mitwirkungsverfahren für die neue Zonenplanung an. Denn erst wenn die Zone auf dem betroffenen Areal angepasst ist, kann das Projekt auch weiterverfolgt werden. Langer Rede kurzer Sinn: Bis zur allfälligen Umsetzung des neuen Oltner «Stadttors» dürften noch einige Jahre verstreichen.
David Annaheim
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