Sarina Moser
Die Trachtgruppe Dulliken konnte sie als neues Mitglied willkommen heissen
Von links: Christian von Arx, Klemens Schenker, Margrit Kappeler, Prof. Georg Müller, 2. Ruedi Stuber, Liedermacher, 3. Gery Meier.
Bild: zvg
Auf den Tag genau 30 Jahre nach der Eröffnung des Paul Gugelmann-Museums, traf man sich am 2. Juli in der Stiftskirche Schönenwerd, also gleich neben dem Museum. Gery Meier, Präsident des Fördervereins, war sichtlich erfreut, dass so viele Besucher trotz der stehenden Hitze den Weg auf den Bühl fanden.
Schönenwerd Dafür wurden die Anwesenden in der Kirche mit einer angenehmen Kühle belohnt und man hörte den Teilnehmern des Podiumsgesprächs mit Moderator Christian von Arx gerne zu. Margrit Kappeler, Autorin des Buches über Gugelmanns künstlerisches Schaffen, Prof. Georg Müller, erster Stiftungsratspräsident und Klemens Schenker, Leiter des Mechanikerteams für die poetischen Maschinen, unterhielten das Publikum mit bisher unbekannten Geschichten sowie Anekdoten rund um Begegnungen mit Paul Gugelmann. Georg Müller etwa, wurde damals von seinem Pfadi-Kollegen Jean-Pierre Racine angefragt, das Präsidium der Stiftung zu übernehmen. Überhaupt waren diverse Mitglieder der damaligen Pfadi Schönenwerd an der Gründung des Museums als auch an der Suche nach Startkapital für das Museum für Paul Gugelmann v/o Fax, also auch ein Pfader, beteiligt. Einmal Pfadfinder – immer Pfadfinder. Klemens Schenker lernte Gugelmann damals als Schulleiter von Gretzenbach kennen. Er wollte mit den Schulkindern etwas Neues probieren. Maschinen kreieren – zusammen mit Paul Gugelmann. Paul Gugelmanns Gegenfrage auf Schenkers Anfrage sei gewesen: «Wieso siit Ehr ned früehner cho?» Die Schulprojekte in einigen Niederämter Gemeinden lagen Gugelmann sehr am Herzen. Umso mehr würde es ihn freuen, dass nun anlässlich des Jubiläumsjahres diese Projekte neuen Aufschwung erhalten, man wieder an die Schulen gelangen möchte, um dort mit den Kindern wieder Maschinen à là Gugelmann zu bauen. Erste Pilotprojekte waren schon sehr erfolgreich. Auch Kindergeburtstage im Museum und weitere Anlässe werden zukünftig angeboten. Georg Müller brachte es auf den Punkt: die beste Werbung für das Museum seien die Kinder, welche ihre ganz eigene poetische Maschine den Eltern und Grosseltern zeigen könnten. Er hoffe sehr, dass die eine oder andere Schule auf die Projekte aufmerksam würde.
Der Liedermacher Ruedi Stuber sang das Stück: «E siner Wält». Ein Lied, welches er damals eigens für Gugelmann kreierte. Die begleitenden Gitarrenklänge tönten, als würde eine der poetischen Maschinen laufen.
Wie sie denn Paul Gugelmann als Mensch erlebt hätten, fragte Christian von Arx. «Sehr eindrücklich, bestimmt aber auch immer sehr bescheiden», sagte Margrit Kappeler. Wenn man einen nicht so guten Tag hatte, Paul Gugelmann habe es immer geschafft, einen aufzuheitern, waren sich alle einig. Er sei viele Sachen, auch im Alltag, kreativ und praktisch angegangen, die poetischen Maschinen hatte er längst im Kopf, als er sie zeichnete, wusste genau, welches Rädchen, welche Pumpe, welcher Keilriemen wo eingesetzt werden musste.
Anlässlich des Jubiläumsjahrs wurde zudem ein Wettbewerb lanciert, bei welchem über sieben poetische Maschinen im öffentlichen Raum im Niederamt jeweils eine Frage beantwortet werden muss. Der Wettbewerbstalon ist auch online unter gugelmann-museum.ch aufgeschaltet und kann ausgefüllt im Museum während der Öffnungszeiten abgegeben werden. Dank der grosszügigen gesponserten Preise lohnt sich eine Teilnahme gleich doppelt.
Zum Schluss bedankte sich Gery Meier bei allen, die in irgendeiner Weise dazu beigetragen hatten, dass auch dieser Anlass in diesem Rahmen stattfinden konnte. Anschliessend an das Podiumsgespräch konnte man bei Kerzenlicht im Kreuzgang einen Apéro geniessen, bevor man sich einer Führung durch das Museum anschliessen durfte – übrigens ebenfalls mit Kerzenlicht und der anwesenden Künstlerin Nora Engels aus Samedan.
Raphaela Glättli-Gysi
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