Laurent Karrer
Wangen bei Olten feiert den 800. Geburtstag
Daniela Minikus.
Bild: zvg
Die Schulraumnot in Olten kommt unerwartet rasch. Die Prognose erwies sich als unzureichend, griff zu kurz. Wie sich das Wachstum entwickeln wird, bleibt eine Frage der Prognosen, nebst dem Zu- und Wegzug, sowie dem Städtebaulichen, bestimmt vor allem die Geburtenrate das natürliche Wachstum.
Mit den steigenden Schülerinnen- und Schülerzahlen muss temporärer Schulraum thematisiert werden. Sie benötigen mehr Schulraum, das ist unumstritten. Es gibt genug Gründe, provisorische Schulräume zu schaffen: Bevölkerungswachstum, Sanierungen an bestimmten Schulanlagen, hoher Termindruck.
Schulen können Pionierfunktion haben. Sie generieren sofortige soziale Belebung in neuen Quartieren. Sie können die Vorboten in einem neuen Standort sein, die demontierbaren Modulbauten können einen unwirtlichen Ort, brache Flächen, ungenutzte städtische Areale temporär mit neuem Leben füllen. Sie können die Zeit bis zur endgültigen Planung überbrücken.
So ist es auch mit dem Überbrückungscampus «Zementi 2» gemeint. In einem Provisorium lernen, das an hohen Ansprüchen festhält. Die öffentliche Hand will mit gutem Beispiel vorangehen. Auch wenn die Architektur überzeugt, bleibt doch die Frage der Suffizienz.
Mit modularen Holzbauten wird eine hohe Effizienz erreicht. Die Fragen bleiben: Was darf eine provisorische Erweiterung kosten und wie gross soll sie sein? Haben die Modulbauten für einen Verkauf und Wiederverwendung nur dann eine Chance, wenn sie mit einem hohen Vorfertigungsgrad, hoher Flexibilität, dem Minergie-P-ECO-Nachhaltigskeits-Label, mit verhältnismässig geringem Aufwand an einen anderen Standort transferiert werden und den Schulbetrieb mit gleichbleibender Qualität sicherstellen können. Oder verfallen Provisorien den Schicksalen, bleiben oft bestehen und werden schleichend dauerhaft, weil die Planung ausbleibt oder sich verzögert?
Wir wollen keinen Scherbenhaufen. Nach der Rückweisung an der Juni-Session müssen wir nun auf die rasche Fortsetzung der Informationsoffensive des Stadtrates mit Raumstrategien auf den akuten Schulraummangel hoffen.
Daniela Minikus, SP Olten
Nächste Woche:
Die Mitglieder der Oltner Ortsparteien schreiben abwechselnd «Blickwinkel»-Kolumnen in der NOZ. In der kommenden Ausgabe an der Reihe: SVP Stadt Olten.
In Sicherheitspolitik verwirft der Stadtrat (SR) Massnahmen, da er die bisherigen für ausreichend hält. Bei den Schulen hingegen wollte der SR mit dem Grossprojekt «Zementi» Pflöcke einschlagen, wurde aber vom Parlament gebremst, weil es die Vorbereitung als ungenügend wertete. In beiden Fällen steht der SR vor der Herausforderung, Transparenz zu schaffen und Mehrheiten für seine Ideen zu gewinnen
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