Sarina Moser
Die Trachtgruppe Dulliken konnte sie als neues Mitglied willkommen heissen
Bähram Alagheband zog die Lostorfer Senioren mit seinem Insektenwissen in seinen Bann.
Bild: zvg
Lostorf Am Donnerstag, 19. Februar fand die Stubete für die Seniorinnen und Senioren in der Dreirosenhalle in Lostorf statt. Die Besucherinnen und Besucher erwartete an diesem Nachmittag ein Vortrag des bekannten Insektenkenners und Naturpädagogen Bähram Alagheband über die vielfältige und interessante Insektenwelt vor unserer Haustüre.
Nach einer kurzen Einleitung wurden die Seniorinnen und Senioren mit einem Quiz in die Materie eingeführt – Urwald oder Unterland? Es wurden verschiedene Insekten gezeigt und die Besucherinnen und Besucher durften raten, ob diese in der Schweiz oder im Ausland zu finden sind. Grosses Nachtpfauenauge? Schweiz! Berg-Sandlaufkäfer? Auch Schweiz! Die Gottesanbeterin im Pfynwald? Ja, tatsächlich, auch bei uns!
Danach wurden mit eindrucksvollen Bildern und Videos die in der Schweiz typischen Lebensräume der Insekten erklärt. Ein Hirschkäfer. Riesig. Mit einem Geweih, das aussah wie aus einem Fantasy-Film. «Der lebt bei uns?», flüsterte jemand ungläubig. Alagheband nickte. «Vor Ihrer Haustüre. Im Wald oder auf dem Spazierweg.»
Dann kam die Gottesanbeterin: Leuchtend grün füllte sie die Leinwand aus, die Facettenaugen schimmerten wie Edelsteine. Wo genau lebt sie? Was sehen diese riesigen Augen? Und dann – die Frage nach dem Paarungsverhalten. Alagheband erzählte es unverblümt: Sie frisst das Männchen manchmal während oder nach der Paarung. Wenn sie Hunger hat. Stille. Dann Gelächter. «Also doch nicht so romantisch, die Natur!»
Was an diesem Nachmittag am meisten beeindruckte? Es waren nicht nur die Insekten selbst. Es waren die Gesichter der Seniorinnen und Senioren, die gebannt auf die Leinwand starrten. Die Detailschärfe der Fotos, die prächtigen Farben, die Nähe zu Lebewesen, die wir sonst nie so sehen würden – das alles öffnete Augen und Herzen.
Manchmal braucht es nur einen genaueren Blick, um Aussergewöhnliches zu entdecken. Nicht im Dschungel. Nicht in fernen Ländern. Sondern direkt vor der eigenen Haustüre, im Garten oder auf dem Spazierweg. Am Informationstisch durften in der Pause und nach dem Vortrag verschiedene Käfer bestaunt und Fragen gestellt werden.
Als Brigitte Wüest sich bei Herrn Alagheband bedankte und die Gäste um 17 Uhr den Heimweg antraten, nahmen sie mehr mit als nur Wissen über Insekten. Sie nahmen eine neue Neugier mit. Eine Einladung, beim nächsten Spaziergang genauer hinzuschauen. Denn wer weiss – vielleicht wartet ja auch vor Ihrer Haustüre ein kleines Wunder.
Weitere Anlässe von «Käfer & Kundig» sind zu finden unter: www.insectsandstories.ch/events/
Sandra Graber
Lade Fotos..