Beat Loosli
Emotionaler Abschied des FUKO-Präsidenten
Matthias Borner.
Bild: zvg
Die Medien schreiben, der Bundesrat warnt, die Wirtschaftsverbände mahnen. Eine massive Kampagne mit fast neun Millionen Franken Budget versucht, die Bevölkerung vom Nein zur Nachhaltigkeitsinitiative zu überzeugen. Doch kein Inserat der Welt kann verbergen, was jeder Bürger täglich erlebt. Der Pendler, der morgens keinen Sitzplatz mehr im Zug findet. Die junge Familie, die sich nach jahrelanger Suche keine Wohnung in ihrer Heimatgemeinde leisten kann. Der Patient, der wochenlang auf einen Arzttermin wartet. Die Lehrerin, die in einer Klasse mit dreissig Kindern aus zwanzig Nationen unterrichtet und dabei an ihre Grenzen stösst. Und jeden Tag verschwinden Natur und Kulturland in der Grösse von rund acht Fussballfeldern unter Beton und Asphalt — unwiederbringlich. Das sind keine Statistiken. Das ist der Alltag der Schweiz im Jahr 2026.
Seit Einführung der Personenfreizügigkeit ist unsere Bevölkerung um 1,7 Millionen Menschen gewachsen. Im letzten Jahr allein wanderten über 180'000 Menschen ein. Die medial begleitete Millionenkampagne ändert nichts daran, dass die Züge voll sind, die Mieten explodieren und unsere Landschaft zusehends verbaut wird. Die Politik wusste es. Sie hat es jahrelang verwaltet, verschoben, verharmlost. Jetzt ist es Zeit, dass sie Verantwortung übernimmt — nicht für die Wirtschaftslobby, sondern für die Menschen, die hier leben, arbeiten und Steuern zahlen.
Es geht um den Schutz unserer Umwelt, unserer Infrastruktur und unserer Lebensqualität. Die Initiative gibt der Politik den Auftrag dazu. Nutzen wir am 14. Juni die Chance: Ja zur Nachhaltigkeitsinitiative.
Matthias Borner, SVP Olten
Nächste Woche:
Die Mitglieder der Oltner Ortsparteien schreiben abwechselnd «Blickwinkel»-Kolumnen in der NOZ. In der kommenden Ausgabe an der Reihe: die Fraktion Olten jetzt!
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