Laurent Karrer
Wangen bei Olten feiert den 800. Geburtstag
Olten Seit vier Jahren tobt der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine und ein Ende ist nicht in Sicht. Den Jahrestag der russischen Vollinvasion nahmen der Verein «Kalyna – Ukraine-Netzwerk Region Olten» und die Christkatholische Kirchgemeinde zum Anlass, den Ukrainerinnen und Ukrainer ihre Solidarität auszudrücken und den Opfern des Krieges zu gedenken.
Den Auftakt machte am Samstag vor dem Jahrestag ein Konzert des Kammerorchesters aus Bachmut. Die ostukrainische Stadt war lange hart umkämpft und wurde von den Russen dem Erdboden gleichgemacht. Dennoch musizieren die Künstlerinnen gemeinsam weiter und begeisterten das Publikum in der christkatholischen Stadtkirche in Olten mit gut einem Dutzend Werken ukrainischer Komponisten.
«Es war und ist für uns alle unvorstellbar, was es für die Bevölkerung in der Ukraine heisst, seit vier Jahren in einem Land zu leben, wo Zerstörung, Angst, Flucht, Tod und nicht vorstellbares menschliches Leid allgegenwärtig sind», sagte Frau Landammann Susanne Schaffner zuvor in ihrem Grusswort. Für Europa und die Schweiz müsse das heissen, bei der politischen, wirtschaftlichen und humanitären Unterstützung der Ukraine nicht nachzulassen. «Solidarität ist eine Verpflichtung!»
Diese Solidarität zeigte sich eindrücklich an einem weiteren Anlass just zum Jahrestag am 24. Februar. Der Chor «Singende Ukraine» zusammen mit dem Männerchor Kappel, das Tanzensemble «Auf den Flügeln» sowie der ukrainische Gitarrist Anton Kudryavtsev sorgten dabei für besinnliche musikalische Momente.
Stadtpräsident Thomas Marbet erinnerte in seiner Rede an den Schrecken und das Leid, die der Krieg mit sich bringt. Er verströmte aber auch Zuversicht: «Die Solidarität und die Hoffnung, die aus Schutt und Asche auferstanden sind, lassen sich nicht auslöschen und sie lassen sich auch nicht vertreiben oder wegbomben.»
Der christkatholische Pfarrer Ilya Kaplan machte im ökumenischen Gebetsteil deutlich, an wessen Seite Gott steht: «An der Seite der Opfer!» Als Vertreterin der ukrainischen Botschaft in Bern würdigte Botschaftssekretärin Olha Usatiuk den Anlass in Olten als wichtiges «Zeichen der Menschlichkeit» gegenüber ihrem Land, welches im Krieg tagtäglich seine Souveränität zu verteidigen hat.
Insgesamt nahmen gegen 500 Besucherinnen und Besucher an den beiden Anlässen teil, an welchen eine Kollekte von mehreren Tausend Franken zugunsten der humanitären Hilfe in der Ostukraine gesammelt wurde.
Passend zum Jahrestag war während zwei Tagen auch ein Krankenwagen voller Einschusslöcher vor der Stadtkirche zu sehen. Die Ambulanz stammt aus der ukrainischen Stadt Charkiw und erinnert daran, dass Russland einen rücksichtslosen Krieg führt, bei dem auch immer wieder Zivilpersonen unter Beschuss genommen werden. Der in der Schweiz lebende Franzose Franck Labourey zieht mit der zerstörten Ambulanz durch ganz Europa, um dabei Spenden für Ersatzfahrzeuge zu sammeln und auf den andauernden Krieg aufmerksam zu machen.
pd
Lade Fotos..