Fritz Gassmann
Was steckt eigentlich hinter Künstlicher Intelligenz?
Astrid Geering (links) und Sandra Bieri begutachten die von einer Kundin an die Börse gebrachten Bücher.
Bild: zvg
Einmal im Monat findet in der Reformierten Johanneskirche in Trimbach eine Büchertauschbörse statt. Dabei wechseln mehrere Dutzend Bücher die Besitzerinnen und Besitzer. Besonders gefragt sind Krimis und Gesellschaftsromane.
Trimbach In einem schmalen Raum stehen acht Regale. Sie sind angefüllt mit Büchern unterschiedlicher Grösse und Dicke. Unter anderem finden sich Werke des Schweizer Schriftstellers Hansjörg Schneider und des schottischen Autors Martin Walker Buchrücken an Buchrücken. «Über 1000 Exemplare stehen hier», erklärt Sandra Bieri mit zufriedener Stimme. Sie betreibt zusammen mit Astrid Geering die Büchertauschbörse, die einmal monatlich im Untergeschoss der Johanneskirche in Trimbach stattfindet. Wer ausgelesene Bücher zu Hause hat, für die keine Verwendung mehr besteht, kann sie in die Börse bringen und dafür andere mitnehmen, die zu lesen einem Freude bereiten könnte.
«Wir nehmen vor allem Romane und Krimis an, wenige historische und keine Sachbücher», fasst Astrid Geering das Angebot zusammen. Der Grund für die klare Begrenzung der Auswahl: «Es fehlt uns am Platz. Zudem sind Sachbücher bei unseren Leserinnen und Lesern nicht so gefragt.»
Seit drei Jahren führen Sandra Bieri und Astrid Geering zusammen die Büchertauschbörse. Bis im letzten Jahr war sie im Reformierten Kirchgemeindehaus in Winznau beheimatet. Da die Evangelisch-Reformierte Kirchgemeinde Region Olten das Gebäude in den nächsten Monaten an eine Schule für Sozialpädagogik vermieten wird, musste das Duo einen neuen Raum suchen. Seit Herbst 2025 ist die Bücherbörse in der Trimbacher Kirche untergebracht.
«Wir sind Vielleserinnen und haben Freude daran, uns mit anderen über Bücher zu unterhalten», antwortet Sandra Bieri auf die Frage nach der Motivation, eine Büchertauschbörse als reines Freiwilligenengagement durchzuführen. «Am Anfang hatten wir nur ein Gestell, doch schon bald ist unsere Börse gewachsen und gewachsen», blickt sie zurück. Vor ein paar Monaten sassen die beiden auf so vielen Büchern, dass sie einen Schnitt machen mussten. «Alle Bücher, die vor 2000 herausgegeben worden sind, haben wir ausgemistet», erzählt Astrid Geering. Doch bevor die Frage aufkommt, ob die Frauen die Bücher in den Müll geworfen hätten, erklärt Sandra Bieri: «Wir haben sie in die Brockenstube gebracht, wo sie ein weiteres Leben erhielten.»
Auf die naheliegende Frage, was denn in ihrer Börse am besten läuft, erklärt Sandra Bieri: «Krimis sind hoch im Kurs.» Und wie sieht es bei den Autorinnen und Autoren aus? «Christine Brand ist die am meisten gefragte Schriftstellerin.» Die Bücher der Bernerin seien wieder weg, kaum dass sie in die Börse gebracht worden seien. Teilweise würden sich die Leserinnen und Leser untereinander absprechen, damit sie in den Besitz eines Titels von Christine Brand kämen, ergänzt Sandra Bieri.
Die erste Kundin, die an diesem Samstagmorgen in der Börse erscheint, packt aus ihrer Stofftasche acht Bücher aus, die sie gerne jemand anderem zum Lesen überlassen will. Die Auswahl zeigt, dass die Frau Thriller-Liebhaberin ist: Unter den Autoren finden sich Dan Brown und Ken Follet. Aber auch ein Buch von Lucinda Riley, die mit der «Sieben Schwestern»-Reihe ein Millionenpublikum gefunden hat. Im Gegenzug für die Bücher, die sie in der Börse lässt, packt die Leserin vier historische Romane der deutschen Schriftstellerin Andrea Schacht ein.
Die nächste Besucherin zeigt sich ebenfalls als Liebhaberin von Spannung und Herz zwischen Buchdeckeln. Sie bringt drei Bücher der Krimi-Autorin Viveca Sten und zwei von Lesley Pearse, die vor allem historische und Liebesromane verfasst hat. Nach Hause nimmt sie drei historische Romane der Schriftstellerin Anna Jacobs mit. Zwischen den beiden Kundinnen und Sandra Bieri entspannt sich auf einmal eine Diskussion über die Bücher von Lucinda Riley. Durch solche Austausche lerne sie auch immer wieder neue Autorinnen und Autoren kennen, hebt Sandra Bieri lachend hervor.
Im weiteren Verlauf des Samstagmorgens besucht noch mehr als ein Dutzend Personen die Büchertauschbörse. Am Ende haben Sandra Bieri und Astrid Geering rund 100 Bücher zum Weitergeben erhalten und mehrere Dutzend Werke an neue Leserinnen und Leser bringen können.
Daniel Göring
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