Fritz Gassmann
Was steckt eigentlich hinter Künstlicher Intelligenz?
Zum 215. Mal ging am vergangenen Sonntag im Konzertsaal die älteste noch durchgeführte Veranstaltung der Stadt Olten über die Bühne. An der Bastiansfeier der Stadtschützen Olten wurden urschweizerische Werte heraufbeschworen und neue Impulse für die Jungschützen gesetzt.
Olten Rund 300 Personen folgten der Einladung der Stadtschützen Olten zur diesjährigen Bastiansfeier. Prominente Vertreter aus Schiesssport, Politik und Militär verdeutlichen, dass es sich bei der Feier um einen Anlass handelt, dessen Wichtigkeit weit über die Stadtgrenzen hinausreicht.
In seiner Begrüssungsrede erinnerte Heinz Eng an Henri Guisan, General der Schweizer Armee während des zweiten Weltkriegs. Er sei ein Symbol für die nationale Verteidigung und das Zusammenstehen. Obschon es über Guisan auch kritische Punkte gebe, habe er es verstanden, die Schweizer Bevölkerung für eine Sache zu begeistern, für die es sich zu kämpfen lohne: «Nämlich die Freiheit – im Allgemeinen und persönlich.» Nicht zuletzt stehen auch die Schützinnen und Schützen für diese Werte ein.
Für das Jahr 2026 wurde der Safenwiler Unternehmer Peter Gehler, selbst Mitglied der Oltner Stadtschützen, zum Vater Bastian erkoren. Damit ist er zuständig für wichtige organisatorische und repräsentative Aufgaben im Zusammenhang mit dem Fest. Die Bastiansväter spielen zudem eine wichtige Rolle bei der Förderung von Werten wie Vaterlandsliebe, Freiheit und Wehrbereitschaft.
Seine erste Bastiansfeier hat Peter Gehler mit voller Ehrfurcht und grosser Begeisterung 1978 als Jungschütze erlebt. Auch sonst ist er mit Olten verbunden; seine Berufslehre absolvierte er beim heute nicht mehr existierenden Walter Verlag in der Stadt. Mit der Wahl einer Person aus dem Wirtschaftsraum Zofingen werde aber auch die Verbundenheit der beiden Regionen aufgezeigt. «Es würde beiden Wirtschaftsräumen dienen, wenn wir sie als einen grossen, starken, zukunftsgerichteten Wirtschaftsstandort darstellen könnten», so Gehler, der mit einem Schmunzeln anfügte: «Wir sollten also die bilateralen Beziehungen stärken; institutionelle Bedenken sehe ich hier noch keine.»
Peter Gehler führte weiter aus, dass das Schiesswesen ein wesentlicher Teil unserer Gesellschaft sei, der auf zwei Pfeilern fusst: einerseits dem Sport, andererseits der Verbundenheit mit Land und Armee. Gleichzeitig mahnte er davor, dass die Schweiz heute nicht in der Lage wäre, sich zu verteidigen. «Sicherheit muss an erster Stelle stehen», so Gehler. Ohne diese könne auch die Wirtschaft nicht florieren. Am meisten ärgert Gehler, dass sich Bundesrat und Parlament nicht an das einst beschlossene Konzept halten. Denn im Gleichzug mit der Verkleinerung der Armee im Rahmen der «Armee 21» sei auch beschlossen worden, bei absehbaren Veränderungen der sicherheitspolitischen Lage den sogenannten Aufwuchs auszulösen, sprich die Bestände wieder zu vergrössern. «Damit hätte man bereits 2014 beim Überfall auf die Krim beginnen müssen.» Ein Statement, das einer Person im Saal einen spontanen Beifall entlockte: Alt Bundesrat Samuel Schmid, VBS-Vorsteher in den Jahren 2001 bis 2008. Daher seien nun Entschlossenheit und Leadership gefordert, bevor es zu spät sei.
Peter Gehler hat beschlossen, sein Jahr als Bastiansvater unter das Motto der Jugend zu stellen: «Wenn man sich im Saal umsieht, dann merkt man, dass das Durchschnittsalter ziemlich beträchtlich ist. Und was mich am meisten beschäftigt: Jedes Jahr ist das Durchschnittsalter ein Jahr höher. Deshalb brauchen wir mehr Jugend in diesem Saal.» Aus diesem Grund seien zwei Aktionen beschlossen worden: Einerseits soll ein Sankt-Sebastians-Stich (ein in sich geschlossenes Schiessprogramm) mit attraktiven Preisen ins Leben gerufen werden, das von Schützen unter 25 Jahren geschossen werden kann. Zweitens wurde für die jungen Schiesssportbegeisterten eine eigene Stadtschützen-Kollektion entworfen. Dies vor dem Hintergrund, dass oft argumentiert wird, dass die jungen Leute gar nicht im Besitz eines festlichen Tenüs seien, das für die Teilnahme an der Bastiansfeier vorgeschrieben wird. Das neue Outfit könne entsprechend für die Feier bei den Stadtschützen bezogen und im Anschluss wieder abgegeben werden (wer möchte, kann die Bekleidung auch erwerben).
Im Anschluss an die Rede des Bastiansvaters wurden die Bastians-ehrenbrüder erkoren, zu welchen neu mitunter auch Oltens Stadtpräsident gehört.
Als Gastredner wurde heuer der Aargauer Regierungsrat Markus Dieth eingeladen. Er machte darauf aufmerksam, dass Schützinnen und Schützen nicht nur präzise zu schiessen, sondern auch entschlossen zu schützen haben. «Das Schützenwesen ist in unserem Land mehr als nur ein Wort, mehr als eine Rückbesinnung auf unseren Volkshelden Wilhelm Tell.» Bereits 1824 sei in Aarau der Schweizerische Schützenverein gegründet und das erste Eidg. Schützenfest abgehalten worden. «Das war die eigentliche Initialzündung für die spätere Gründung des Schweizerischen Bundesstaates im Jahre 1848», so Dieth. Drei Dinge würden einen Schützen auszeichnen, die auch unsere Gesellschaft – vom Schulzimmer über die Werkhalle bis zum Parlament – benötigen:
Diese Elemente seien der Fuss, auf dem der Wohlstand, die direkte Demokratie und der Zusammenhalt gewachsen sind. «Leben wir den Geist des Heiligen Sebastian, standhaft in der Gefahr, treu im Auftrag, zuversichtlich im Glauben an das Gute. Halten wir zusammen und tragen das Erbe unserer Schützen in die Zukunft», meinte Markus Dieth abschliessend.
David Annaheim
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