Thomas Fürst
Oltens Finanzdirektor im Interview über das städtische Budget 2027
Der Feuerwehrverein «Roter Hahn» bewahrt ein Stück Oltner Geschichte. An der Engelbergstrasse kümmert er sich um «Lisi» und «Caroline», die beiden 1932 gebauten Feuerwehrfahrzeuge der Stadt.
Olten Sie sind Mitte 90, längst im Ruhestand und nicht mehr mobil. Dennoch werden die beiden Feuerwehrveteraninnen «Lisi» und «Caroline» liebevoll umsorgt. Der 1991 von rund zehn aktiven Feuerwehrleuten gegründete Verein «Roter Hahn» hat es sich nämlich zum Ziel gesetzt, die Geschichte der Oltner Feuerwehr zu bewahren. Und dazu gehören die beiden ersten Oltner Feuerwehrautos allemal.
Anlässlich eines Tages des offenen Tors erhielten Interessierte kürzlich die Gelegenheit, die beiden historischen Fahrzeuge aus nächster Nähe zu betrachten. Untergebracht sind sie in einem ebenso geschichtsträchtigen Vereinslokal: An der Engelbergstrasse 7 befand sich einst das erste Feuerwehrgebäude Oltens.
«Es ist in erster Linie eine finanzielle Frage», erklärt Vereinspräsident Georg Dinkel, weshalb Lisi und Caroline schon länger nicht mehr fahrtüchtig sind. Mit den bescheidenen Mitteln des Vereins sei eine Wiederinbetriebnahme kaum zu stemmen. Hinzu komme, dass der Umgang mit den betagten Fahrzeugen anspruchsvoll sei. «Es gibt vielleicht noch ein, zwei Personen, die ich kenne, die überhaupt noch dazu fähig wären», sagt sein Sohn Fabian Dinkel, ebenfalls Mitglied im Verein.
Auch die gesetzlichen Voraussetzungen erschweren eine Fahrt: «Das Lenken erfordert einen Lastwagenführerausweis», erklärt Fabian Dinkel. Zwar habe man Mitglieder, die auch bei der Feuerwehr Autos jeder Gewichtsklasse fahren dürfen. Dabei handle es sich jedoch um ein abgeschwächtes Lastwagenbillet, das nur das Fahren von aktiven Einsatzfahrzeugen erlaube. Bei der Pflege der beiden Fahrzeuge geht es derzeit deshalb vor allem darum, dass sie optisch in gutem Zustand bleiben.
Die letzten Diensteinsätze von Lisi und Caroline reichen in die 1950er Jahre zurück. Gebaut wurden beide Fahrzeuge 1932 in der damaligen Oltner Lastwagenfabrik Berna. Auch die umliegenden Gemeinden konnten bei Notfällen auf die Oltner Einsatzfahrzeuge zählen. «Aus einer Chronik ist ersichtlich, dass Caroline im Winter einmal ins rund 25 Kilometer entfernte Mümliswil ausrücken musste», erzählt Fabian Dinkel.
Georg Dinkel erinnert sich seinerseits an die Zeit, als die Feuerwehr Olten vor rund 20 Jahren eine neue Autodrehleiter erhielt. Damals kam es zu einem kleinen Wettkampf: Wer konnte die Leiter schneller ausfahren? «Selbstverständlich hat Caroline gewonnen», sagt der Vereinspräsident schmunzelnd.
Neben den beiden Hauptattraktionen gibt es im Vereinslokal zahlreiche weitere Erinnerungsstücke zu entdecken. Eine Tanksäule etwa erinnert an das spätere Feuerwehrmagazin an der Konradstrasse. «Die Fahrzeuge konnten direkt im Magazin getankt werden, da im Boden ein Treibstofftank eingebaut war», erzählt Georg Dinkel.
Die Sammlung umfasst auch internationale Bijous. Ein inzwischen verstorbenes Vereinsmitglied hatte Feuerwehrhelme aus aller Welt zusammengetragen, darunter Exemplare aus den USA. «Verdankenswerterweise hat er diese dem Verein vermacht», sagt Dinkel.
Eng verbunden mit der aktiven Feuerwehr
Während der Verein Roter Hahn anfangs ausschliesslich aktive und ehemalige Feuerwehrleute als Mitglieder aufnahm, wurden die Statuten inzwischen angepasst. «Es zeigte sich, dass auch Leute ohne Feuerwehrhintergrund Interesse bekundeten. Inzwischen besteht der Verein aus rund 50 Mitgliedern», freut sich Georg Dinkel. Mit der aktiven Feuerwehr Olten pflegt der Verein ein gutes Verhältnis. Bei Veranstaltungen unterstützt man sich gegenseitig. Zudem steht das Vereinslokal an der Engelbergstrasse für Sitzungen und Pikettdienste zur Verfügung.
David Annaheim
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