Gaby Kristandl
Sie führte durch das Jahreskonzert der MG Lostorf
Am Sonntagabend, 26. Oktober, lud das Dance Studio Olten ein zu einer «getanzten Pressekonferenz». Informiert wurde dabei über das neue Projekt «TANZ RAUM», bei welchem der Tanz in Verbindung mit Architektur gebracht werden soll. Geplant ist etwa ein Auftritt im Oltner Stadthaus.
Olten Es kommt selten vor, dass es an Pressekonferenzen Beifall gibt. Nicht so an der getanzten, knapp einstündigen Variante im Dance Studio Olten. An dieser berichtete Studioinhaberin Ursula Berger nämlich nicht nur über ihr neues Projekt «TANZ RAUM», es wurden auch mehrere Tanznummern aufgeführt, die für Begeisterung im Publikum sorgten.
Doch zuerst zum neusten Streich von Ursula Berger. Das Projekt TANZ RAUM soll Freiräume für künstlerisches Wagnis und persönliche Entwicklung schaffen und den Tanz an ungewöhnliche Orte in Olten bringen. Es soll Begegnungen zwischen Architektur, Bewegung und Menschen ermöglichen und neue Perspektiven auf die Stadt eröffnen. Geplant sind jährlich drei bis vier Präsentationen im öffentlichen Raum, die Olten mit eigens kreierten Tanzsequenzen bereichern. «Eine Idee ist es beispielsweise, mit den Gegebenheiten des Treppenhauses im Stadthaus zu arbeiten», erklärt Ursula Berger. Aber auch Orte wie der Bahnhof, das Quartier Olten Süd West und weitere Schauplätze in der Dreitannenstadt sind für mögliche Aufführungen angedacht. Dabei soll auch mit externen Choreografinnen und Choreografen zusammengearbeitet werden, welche die Stadt- und Tanzsequenzen auf ihre eigene Weise interpretieren.
Das Projekt soll den Tanzenden die Möglichkeit geben, künstlerische Ideen weiterzuentwickeln, eigenständig zu denken und zu gestalten. Auch sollen Zusammenhänge zwischen Bewegung, Raum und Ausdruck erfasst werden und die Chance gegeben werden, ein sicheres und kompetentes Auftreten zu üben.
Die Pressekonferenz zum Projekt wurde fürs Erste aber noch in einer vertrauten Räumlichkeit, in den eigenen Wänden des Dance Studios, durchgeführt. Dargeboten wurde an der Pressekonferenz mitunter das von Ursula Berger choreographierte Stück «Seuls et Vaincus», dessen Text aus der Feder der französischen Politikerin Christiane Taubira stammt. Der Song handelt von Menschen, die trotz Rückschlägen, Isolation oder gesellschaftlicher Marginalisierung ihre Würde und ihren inneren Widerstand bewahren. Wo Isolation thematisiert wird, spielen entsprechend auch Räume eine zentrale Rolle. Für einen Spannungsbogen sorgte zudem Saxofonistin Sara El Hachimi, welche mit ihren Klängen in den Dialog zu den Tänzerinnen trat.
Zu den weiteren eindrücklichen Aufführungen zählte ein Auftritt des Duos Maureen Disteli und Noemi Kämpf sowie Solo-Auftritte von Sophia Meyer und Nina Evelyn Pfüller. Letztere bot mit «Heels of Shame» eine intensive Choreografie zwischen Verletzlichkeit und Entschlossenheit dar, mit welcher sie wenige Tage zuvor noch im Finale eines Tanzwettbewerbs in Brüssel stand.
David Annaheim
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