Cornelia Mackuth-Wicki
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Seit 2006 ist Adrian Studer aus Wolfwil als selbstständiger Musiker und Entertainer unterwegs. Als «Ädu Rockt» und als Querflöten-Frontmann der Band «Mr. Fluteloop» hat er sich über die Jahre in der Region einen Namen gemacht. Zum 20-Jahr-Jubiläum blickt der 51-Jährige auf unvergessliche Konzertmomente zurück – und hat auch für die Zukunft noch einiges vor.
Region Was einst mit einer kleinen Musikanlage, viel Eigeninitiative und einer grossen Portion Leidenschaft begann, ist heute ein fester Bestandteil seines Lebens: Adrian Studer aus Wolfwil, aufgewachsen in Kestenholz, ist auf den Bühnen der Region vor allem als «Ädu Rockt» bekannt. Nun feiert er das 20-jährige Bestehen seiner musikalischen Selbstständigkeit. Seit zwei Jahrzehnten verbindet er seine Begeisterung für Musik mit dem Wunsch, unabhängig zu arbeiten und sein eigenes musikalisches Konzept zu verwirklichen. «Ich war schon immer musikbegeistert, und es war stets ein Traum von mir, als unabhängiger Musiker unterwegs zu sein», erzählt Studer. 2006 sei für ihn der richtige Zeitpunkt gekommen, um aus dem gewohnten Arbeitsalltag auszubrechen und etwas Eigenes aufzubauen. Er suchte sich eine Teilzeitstelle in der Logistikbranche, meldete sich als selbstständiger Musiker und Entertainer an und investierte in seine erste kleine Musikanlage. Anschliessend zog er von Beiz zu Beiz, fragte nach Auftrittsmöglichkeiten und knüpfte erste Kontakte. Gelegentlich begleiteten ihn seine Freunde Daniel Schärer und Mario Martiniello. Schritt für Schritt entwickelte sich daraus ein erfolgreiches Engagement in der regionalen Unterhaltungsszene.
Die Aufträge liessen nicht lange auf sich warten. Studer spielte an Hochzeiten, Geburtstagsfeiern und Dorfanlässen. Auch an grösseren Veranstaltungen war er regelmässig anzutreffen – etwa an der Niederbuchster Chilbi oder an der legendären Hobau Metzgete in Härkingen, die mehr als 1000 Gäste anzog.
Studer bliebt seinem Arbeitsmodell dabei stets treu: Als Teilzeitmitarbeiter in der Logistik sichert er einen Teil seines Lebensunterhalts, während er als Live-Musiker, Studiomusiker und Gastmusiker in verschiedenen Bands auftritt. «Ich bin stolz, dass ich das ‹Ädu Rockt›-Konzept so lange durchgezogen habe», sagt er. Das gelte auch für die schwierigen Phasen und längeren Durststrecken, die es ebenso gegeben habe wie erfolgreiche Auftritte.
Eine besondere Bedeutung für seine musikalische Entwicklung hatte die Band Irrwisch. Die Artrock-Gruppe aus seiner Heimatregion war für ihn eine frühe Entdeckung. Sein erstes Livekonzert besuchte er 1989 – natürlich bei Irrwisch in Kestenholz. Auch die britische Rockband Jethro Tull um Frontmann Ian Anderson prägte ihn nachhaltig. Sie habe massgeblich dazu beigetragen, dass er heute Querflöte spiele.
Das Instrument ist für Studer weit mehr als eine Ergänzung zu Gesang und Gitarre. «Die Querflöte ist für mich zu einem Sprachrohr geworden, mit dem ich mich extrem vielfältig musikalisch ausdrücken kann», erklärt er. Von leisen Tönen bis hin zu ausgefallenen, ineinandergreifenden Blasgeräuschen seien der Improvisation kaum Grenzen gesetzt.
Auch einen frühen Auftritt im Fernsehen hat Studer in Erinnerung. Im Jahr 2000 bewarb er sich mit seiner Band Mr. Fluteloop bei Gabriela Amgarten, der damaligen Moderatorin der SRF-Kultquizshow «Risiko». Er schrieb ihr einen Brief und fragte nach einer Auftrittsmöglichkeit. Tatsächlich wurde die Band eingeladen. Der Fernsehauftritt sei aufregend gewesen, erinnert sich Studer. «Ich weiss noch ganz genau, wie nervös ich war.» Und das, obwohl der Song gekürzt und im Vollplayback präsentiert wurde.
Wenn Studer auf seine bisherige Karriere zurückblickt, fällt es ihm schwer, einzelne Höhepunkte herauszugreifen. Zu viele schöne Erlebnisse habe er sammeln dürfen. Besonders wichtig sei ihm die Stimmung an den Konzerten und die Freude, die er bei den Veranstaltungen erleben könne. Ein Höhepunkt liegt noch nicht lange zurück: Im vergangenen Jahr durfte er als Gastmusiker gemeinsam mit Irrwisch beim Jubiläum «50 Years» am Festival St. Peter at Sunset auftreten. «Das war unbeschreiblich schön!», sagt er.
Dass sich aus der Begeisterung für Musik über so viele Jahre ein eigenständiges Projekt entwickeln konnte, erfüllt ihn mit Stolz. Dabei blickt Studer nicht nur zurück. Er möchte weiterhin neue Menschen kennenlernen, mit anderen Musikern zusammenarbeiten und möglichst viele Konzerte spielen.
Auch in den kommenden Monaten ist der Wolfwiler musikalisch beschäftigt. Bereits am Freitag, 16. Oktober, steht ein Auftritt am Oktoberfest im FC-Haus in Oftringen auf dem Programm. Und am 5. Dezember kehrt er als Gastmusiker zu Irrwisch zurück: Dann tritt er in der Musigburg in Aarburg auf.
Ein besonderes Augenmerk gilt dem Comeback von Mr. Fluteloop. Die Band soll 2027 in ihrer Originalbesetzung live auf Tour gehen. Zudem arbeitet Studer im Tonstudio Recorder Head in Rothrist an neuen Coverversionen für sein «Ädu Rockt»-Programm. Damit will er seine Live-Shows musikalisch weiterentwickeln und seinem Publikum neue Songs präsentieren.
Bei aller Vorfreude auf die nächsten Projekte spricht Studer auch Themen an, die ihn beschäftigen. Er wünscht sich mehr Verständnis für die Arbeit von Musikern – insbesondere bei den Auftrittsmöglichkeiten und den Gagen. Die Wertschätzung für Musik habe seiner Meinung nach mit dem Einzug künstlicher Intelligenz gelitten. Seine Haltung dazu ist klar: «Authentisch echt gespielte Musik kann KI niemals ersetzen!» Für ihn bleibt die unmittelbare Begegnung zwischen Musikern und Publikum ein zentraler Bestandteil seiner Arbeit. Es gehe nicht nur um gespielte Songs, sondern auch um Stimmung, Emotionen und gemeinsame Erlebnisse.
Zum 20-Jahr-Jubiläum richtet Studer deshalb den Blick nach vorne und bedankt sich zugleich bei all jenen, die ihn auf seinem Weg begleitet haben. Sein Dank gilt Veranstaltern, Privatpersonen, Printmedien und Sponsoren – und ganz besonders seiner Ehefrau Catherine, die ihn über all die Jahre unterstützt hat.
David Annaheim
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