Fritz Gassmann
Was steckt eigentlich hinter Künstlicher Intelligenz?
Thomas A. Müller. Bild: z.V.g.
Der wiedergewählte Gemeindepräsident Thomas A. Müller blickt zurück auf das Jahr 2025, in dem unter anderem neue digitale Dienstleistungen eingeführt wurden und die Einweihung der sanierten Hauptstrasse Nord gefeiert werden konnte. Mit dem Kindergarten-Neubau und weiteren Projekten wird der Gemeinde die Arbeit auch 2026 nicht ausgehen.
Sie sind jüngst in Ihre 4. Legislatur als Gemeindepräsident gestartet. Sind die Herausforderungen noch immer ähnlich wie anno 2013?
2013 wechselte Lostorf zum Ressortsystem. Es galt damals, die reglementarischen Grundlagen zu schaffen, Pflichtenhefte zu verfassen und Erfahrungen mit den neuen Kompetenzen und Verantwortungen zu sammeln. Das System hat sich sicherlich bewährt. Die hauptsächlichen Herausforderungen, die sich an die Gemeinden stellen, haben sich nicht grundsätzlich gewandelt. Die Finanzen waren damals schon ein Thema, so haben wir 2013 sämtliche freiwilligen Dienstleistungen, die Lostorf anbietet, überprüft und ihre Kosten mit dem Nutzen verglichen. Diverse Dienstleistungen wurden damals eingestellt, andere wurden beibehalten. Auch die steigenden Sozialkosten wurden bereits 2013 thematisiert. Geändert haben natürlich inzwischen die Bauprojekte. Das damalige Grossprojekt «Lostorf Mitte» gehört nun schon seit Jahren zum unverzichtbaren Dorfbild. 2013 kämpfte Lostorf mit Vandalismus und Sprayereien von Jugendlichen. Dieses Phänomen hat letztlich zur Gründung der OJALO (Offene Jugendarbeit Lostorf/Obergösgen) erheblich beigetragen. Dieses Phänomen ist glücklicherweise deutlich zurückgegangen.
Apropos Veränderungen: Als eine der ersten Gemeinden im Kanton ist in Lostorf im Juli eine Pilotphase für das digitale Baubewilligungsverfahren gestartet. Welche Erkenntnisse konnten seither gesammelt werden?
Das Anbieten von digitalen, papierlosen und rund um die Uhr verfügbaren Dienstleistungen ist heute für jede Gemeinde ein «Must» geworden. Digitale Dienstleistungen bieten vor allem die Gemeindekanzlei und die Finanzverwaltung an. Aber auch im Bereich «Bau» hält die Digitalisierung Einzug. Als der Kanton das Projekt «elektronisches Baubewilligungsverfahren» (eBauSO) initialisiert hat, war für uns klar, dass wir möglichst bald auf diesen Zug aufspringen möchten. Seit Juli 2025 können in Lostorf Baugesuche nur noch digital eingereicht werden. Auch die Planauflagen erfolgen online. Zu unserem Erstaunen ist das Projekt bislang eigentlich «geräuschlos» gestartet. Die Applikation funktioniert. Massive Fehler im Verfahren sind ausgeblieben und auch in der Bevölkerung ist der Umstieg auf eBau ohne grosse Proteste gut aufgenommen worden. Selbstverständlich bietet unsere Bauverwaltung gerne weiterhin ihre «analogen» Dienste an für ältere Personen, die den Umgang mit dem Computer nicht so gewohnt sind. Für die allermeisten stellt dies aber kein Problem dar. Für die Bauverwaltung stellt eBau, abgesehen vom Aufwand für den Systemwechsel, ein Effizienzgewinn dar.
Im Sommer konnte zudem das Projekt Hauptstrasse Nord nach mehrjährigen Arbeiten beendet werden. Wie fällt Ihre Bilanz zum Sanierungsprojekt aus?
Die Bilanz ist sicherlich positiv. Die neue Hauptstrasse sieht optisch gut aus und v. a. der renaturierte Bach ist für die Gemeinde ein Gewinn. Der Bach kann im Sommer von der Bevölkerung genutzt werden, was insbesondere bei der Jugend sehr gut ankommt. Überraschungen, die zu gewissen zeitlichen Verzögerungen führen können, sind bei Grossprojekten oft kaum zu vermeiden. Auch in Lostorf gab es diverse Punkte, die zu Diskussionen geführt haben (Höhe der Betonmauern im unteren Bereich des Dorfbachs; Einsturzgefahr der Eindolung beim Dorfplatz; Sicherheit der Eisengitter beim Bach; Busspur beim Dorfplatz etc.). Inzwischen sind aber die kritischen Stimmen grösstenteils verstummt. Das Projekt ist weitgehend abgeschlossen. Gewisse Finissagearbeiten (z. B. Markierungen) sind noch ausstehend. In finanzieller Hinsicht konnten die Budgetvorgaben eingehalten werden, auch wenn die letzten Rechnungen noch nicht eingetroffen sind.
Ein erfreuliches Ereignis im letzten Jahr liegt noch nicht weit zurück: der Spatenstich zum Kindergarten-Neubau. Liegt das Projekt im Fahrplan für eine planmässige Eröffnung?
Bei den Sanierungsarbeiten am Gebäudeteil, der erhalten wird, wurde Asbest gefunden. Dieser konnte inzwischen fachgerecht entfernt und entsorgt werden. Dies hat zu gewissen zeitlichen Verzögerungen geführt. Wir sind aber nach wie vor überzeugt, dass dieser geringe Zeitverlust wieder aufgeholt und das neue Kindergartengebäude den Kindergärtnerinnen und den Kindern fristgerecht übergeben werden kann. Der Bezug dürfte voraussichtlich im Frühjahr 2027 stattfinden. Auch in finanzieller Hinsicht gehen wir davon aus, dass das Budget eingehalten werden kann.
Welche weiteren Highlights und Herausforderungen prägten das Jahr 2025 von Lostorf?
Das Jahr war wiederum ein sehr arbeitsintensives Jahr, das viele Highlights geboten hat. In aller Kürze können hier erwähnt werden:
Was wird die Gemeinde in diesem Jahr noch beschäftigen?
Der neu gewählte Gemeinderat hat inzwischen seine Legislaturziele und sein Legislaturprogramm für die nächsten vier Jahre verabschiedet. Beide Dokumente sind bereits (Legislaturziele) oder werden noch (Legislaturprogramm) auf der Webseite der Gemeinde veröffentlicht. Beschäftigen wird uns 2026 nebst dem bereits erwähnten Kindergarten-Neubau sicherlich die Ortsplanungsrevision, die Sanierung der Mahrenstrasse und der Generationenpark «Kirchmatt». Auch die Arbeiten am neuen Feuerwehrgebäude werden fortgeführt werden müssen. In der internen Organisation werden wir – wie in der neuen Gemeindeordnung festgelegt – die Finanzplanungskommission in eine Finanzkommission umwandeln. Glücklicherweise kann aber die Zukunft nicht exakt vorausgesagt werden. Jedes Jahr bringt angenehme, aber auch unangenehme Überraschungen, die bewältigt werden müssen. Improvisationen gehören daher zum Glück weiterhin zum Alltag auf einer Gemeinde.
Sie haben das letzte Wort.
Ich danke der Redaktion für die Möglichkeit, mich hier äussern zu können und wünsche allen Leserinnen und Lesern ein schönes und erfolgreiches neues Jahr.
Interview: David Annaheim
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