Cornelia Mackuth-Wicki
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Das Oltner Begegnungszentrum Cultibo veranstaltet nebst regelmässigen Aktivitäten auch immer wieder besondere Anlässe. So auch am Samstag, 28. Oktober, wenn der nächste Kleidermarkt stattfindet. Zentrumsleiter Marco Stifani-Perucchi über das Cultibo-Angebot, Herausforderungen und schöne Momente.
Olten Marco Stifani-Perucchi ist seit rund drei Jahren Zentrumsleiter und somit Ansprechperson und Koordinator des Cultibos. «Administration, Coaching, Beratung, Infrastruktur und mehr – da wir beim Cultibo nur zwei Festangestellte sind, ist unser Aufgabengebiet entsprechend breit», erzählt Stifani-Perucchi, der gemeinsam mit Salome Bossard das Betriebsteam stellt. Den Kern des Zentrums bildet aber die Freiwilligenarbeit: «Rund 145 Personen setzten sich das Jahr über ehrenamtlich für das Cultibo ein», so der Zentrumsleiter. Dies könne einmal pro Jahr bei grösseren Anlässen sein, aber auch regelmässig bei wiederkehrenden Angeboten.
Damit überhaupt etwas angeboten werden kann, ist eine entsprechende Infrastruktur notwendig. Diese erhielt im vergangenen Jahr eine Aufwertung: Mit dem mittels Crowdfunding finanzierten Projekt «Cultibella», welches auch von Organisationen wie dem Lions Club Olten unterstützt wurde, konnten die Räumlichkeiten erneuert werden. Nichtsdestotrotz sei die finanzielle Situation derzeit angespannt: «Anstatt agieren zu können, müssen wir derzeit vermehrt reagieren», erklärt Marco Stifani-Perucchi. Entsprechend stelle es eine grosse Herausforderung dar, beim hohen Anforderungsprofil des Cultibos mit den vorhandenen Ressourcen auszukommen. «Finanziert wird das Begegnungszentrum einerseits durch Beiträge der Stadt, anderseits durch Mitglieder- und allgemeine Spendenbeiträge sowie Spenden für einzelne Projekte.» Erste Priorität habe dabei jeweils die Deckung der Betriebskosten.
Die Integration, das Zusammenleben und der kulturelle Austausch sind wichtige Pfeiler des Begegnungszentrums. Ein kleiner Auszug aus dem Angebot: In den Sprach-Gruppen von Montag bis Freitag können die Deutsch-Kenntnisse verbessert werden. Das Angebot «Spielen mit Russisch» sorgt dafür, das die Kinder russisch-sprechender Eltern nicht nur Deutsch, sondern auch Russisch lernen. Überdies wird getanzt: Durch den «Lhakar»-Tanz soll die Kultur Tibets besser verständlich gemacht werden. Auch für traditionell-schweizerische Aktivitäten ist Platz: Jeden 1. und 3. Montag im Monat wird ein Sing- und Jodelstammtisch durchgeführt. Der Elterntreff wiederum bietet ebendiesen die Möglichkeit, sich untereinander auszutauschen.
«Am meisten Not an der Frau oder am Mann haben wir aktuell beim Cultibo-Zmittag, das 1-2 Mal im Monat am Freitag stattfindet oder bei regelmässigen Angeboten, da diese entsprechend viel Zeit in Anspruch nehmen», erklärt Marco Stifani-Perucchi. «Zudem suchen wir Unterstützung für tibetische Personen, welche ein eigenes Catering auf die Beine stellen möchten. Dies quasi als Dankeschön für ihren grossen Einsatz, den sie im Cultibo leisten.»
Die Räumlichkeiten im Cultibo lassen sich für die unterschiedlichsten Zwecke mieten. Dies kann für Feste, aber auch für andere Aktivitäten sein. So trifft sich am Sonntag mitunter die Selbsthilfegruppe Narcotics Anonymous, welche einen sicheren und unterstützenden Raum für Personen, die mit Suchtproblemen kämpfen, bietet.
Und was hat Marco Stifani-Perucchi in seiner bisherigen Zeit als Zentrumsleiter am meisten Freude bereitet? «Nebst dem erfolgreichen Cultibella-Projekt sind es insbesondere die Begegnungen im Kleinen, welche dir zeigen, dass sich die Arbeit lohnt.»
Kleidermarkt im Cultibo
Am Samstag, 28. Oktober, findet von 10 bis 12 Uhr im Cultibo an der Aarauerstrasse 72 der Kleidermarkt für Kinder- und Erwachsenenkleider statt. Nicht mehr gebrauchte und sehr gut erhaltene und saubere Erwachsenen- und Kinderkleider (vorzugsweise Herbst- und Winterkleider) wie auch Schuhe, Taschen, Hüte, Gürtel, Modeschmuck sowie Schwangerschaftskleider und Kinderbücher können am Freitagabend von 17 bis 18.30 Uhr oder direkt am frühen Morgen der Veranstaltung von 8 bis 9 Uhr vorbeigebracht werden. Danach werden die Stücke arrangiert und schon können die Gäste ausgiebig stöbern und sich neu eindecken. Jeder Artikel kostet einen Franken als symbolischer Wert. Im Sinne der Nachhaltigkeit unterstützt der Kleidermarkt eine längere Tragzeit von Kleidungsstücken und erhöht die Chance, sich preiswert wieder passend und lässig einzukleiden. Es gilt zu beachten, dass nur mit Bargeld bezahlt werden kann. Der Kleidermarkt wird von Freiwilligen organisiert. Die Einnahmen gehen als Spende an das Cultibo, die übrig gebliebenen Artikel werden an gemeinnützige Organisationen verschenkt. Die Veranstaltung kann auch besucht werden, ohne etwas zu bringen, und Kleider werden auch dankend entgegengenommen, ohne dass etwas geholt wird. Vorbeigebracht werden können die Kleider am Freitag, 27. Oktober, von 17 bis 18.30 Uhr oder am Samstag, 28. Oktober, von 8 bis 9 Uhr.
David Annaheim/pd
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