Michele Macagnino
Der Vorstand des FC Olten im grossen Interview
Am ersten Maiwochenende steht Stüsslingen mit dem Jungschwingertag am 2. Mai und dem Solothurner Kantonalschwingfest am 3. Mai ganz im Zeichen des Schwingsports. OK-Präsident Dominik Sieber (38) verrät, wie die Vorbereitungen laufen und was die Besucherinnen und Besucher alles erwarten dürfen.
Dominik Sieber, 1966, 1986, 2006 und jetzt 2026. Seit wann war klar, dass Stüsslingen die Tradition aufrechterhalten und nach 20 Jahren abermals ein Kantonalschwingfest durchführen würde?
Ich denke für uns, den STV Stüsslingen als Organisator, war das bereits ein Tag nach dem Fest 2006 klar, dass man auch in 20 Jahren das Solothurner Kantonale wieder nach Stüsslingen holen möchte. Meines Wissens hat der OK-Präsident von 2006, Heinz von Arx, bereits frühzeitig seine Kontakte zum Solothurner Kantonalen Schwingerverband SKSV genutzt, um diesen Wunsch in die Tat umzusetzen. An der Delegiertenversammlung des SKSV wurde dann definitiv beschlossen, dass das 129. Solothurner Kantonalschwingfest wieder durch den STV Stüsslingen organisiert werden darf.
Was hat Sie dazu motiviert, als OK-Präsident das Heft in die Hand zu nehmen? Welchen Bezug haben Sie selbst zum Schwingsport?
Ich war selbst bis zu meinem 17. Lebensjahr als Jungschwinger aktiv. Ich bin damals über meinen Onkel zum Schwingen gekommen, welcher seinerseits der Gewinner des Fests im Jahr 1986 war. Leider hat mir damals der sportliche Ehrgeiz gefehlt und ich habe den Sprung zu den Aktiven nicht geschafft. Diesen Entscheid habe ich dann ein Jahr nach der Aufgabe des Schwingsports ein wenig bereut, als das Solothurner Kantonale 2006 in meinem Wohnort stattfand und ich als Mitglied des STV Stüsslingen als Helfer im Einsatz stand. Danach konnte ich dem Schwingsport für einige Jahre nur noch wenig abgewinnen. Seit einigen Jahren verfolge ich den faszinierenden Sport wieder sehr intensiv und ich besuche mehrere Schwingfeste im Jahr. Der Geruch des feuchten Sägemehls am Morgen in einer Schwingarena triggert mich bis heute. So musste ich nicht lange überlegen, als ich für das Organisationskomitee angefragt wurde. In das Amt des Präsidenten bin ich dann etwas reingerutscht.
Wie laufen die Vorbereitungen? Welches sind die grössten Herausforderungen?
Die laufen sehr gut. Wir sind voll im Zeitplan. Bis am 2. Mai gibt es dennoch einiges zu tun. So wird im Moment der Auf- und Abbau im Detail geplant, die Einsatzpläne für die Helfenden werden in diesen Tagen fertiggestellt und auch die Werbetrommel soll nochmals angeworfen werden, damit wir möglichst viele Tickets im Vorverkauf verkaufen können. Im vergangenen Jahr gehörte sicher die Suche nach Sponsoren und Gabenspendern zu den grössten Herausforderungen. Das Ressort hat grossartige Arbeit geleistet, womit das Fest auch finanziell auf sicheren Beinen steht. Dabei konnten wir sicherlich auch von der grossen Medienpräsenz des Schwingsports durch das Eidgenössische Schwingfest im letzten August profitieren.
Wer hilft alles mit bei der Organisation des Anlasses?
Der STV Stüsslingen agiert grundsätzlich als Trägerverein für den Anlass und hat 9 der 11 Sitze im OK inne. Wir werden unterstützt durch den Schwingklub Olten, welcher einen Sitz im OK hat und viele Helferstunden am Fest und beim Aufbau leisten wird. Im OK werden wir zudem durch den Präsidenten des Solothurner Kantonalen Schwingerverbandes SKSV beraten. Am Fest selbst unterstützen uns der Männerturnverein Stüsslingen, der Turnverein Winznau und die Tannzapfe-Zunft zu Olten mit Helfenden. Somit sind die meisten Einsätze in der Zwischenzeit abgedeckt. Es gibt aber an beiden Tagen noch einzelne Lücken. Wer Lust hat zu helfen, darf sich gerne über unsere Homepage melden.
Jüngst ging die spezielle «Munitaufe» ohne Lebendpreise, sondern in Form von Holzskulpturen, über die Bühne. Wie kam dieser Ansatz in der Schwingerszene an?
Die Rückmeldungen waren generell sehr positiv. Natürlich gab es auch vereinzelt negative Stimmen. Diese kamen aber nicht direkt aus der Schwingerszene. Denn wer sich nur ein bisschen für diesen Sport interessiert, weiss, dass es bereits seit vielen Jahren an einigen der prestigeträchtigen Bergkranzfeste keine Lebendpreise mehr gibt.
Das Schwingfest erstreckt sich über zwei Tage. Was wird am ersten Tag (2. Mai) geboten?
Am ersten Tag des Festwochenendes findet der Solothurner Kantonale Jungschwingertag statt, an welchem ca. 280 Buben um die Tagessiege kämpfen werden. Der Eintritt wird an diesem Tag frei sein. Gleich im Anschluss an die Rangverkündigung um ca. 16 Uhr geht es mit dem Dorfabend weiter. Es wird einen Festbetrieb mit Bar und breitem kulinarischem Angebot geben. Durch die beiden Live Bands «Low Office Brass» und «Hautle & Friends» sowie DJ Yves ist für die Unterhaltung aller Generationen bis in die frühen Morgenstunden gesorgt.
Das Kantonalschwingfest geht am Sonntag, 3. Mai, über die Bühne. Wie ist der Vorverkauf angelaufen?
Der Vorverkauf ist gut angelaufen. Die Tribüne mit den nummerierten Sitzplätzen war bereits nach wenigen Tagen ausverkauft. Es gibt aber noch unnummerierte Sitzplätze und Stehplätze zu kaufen. Zudem werden wir auch ein Kontingent an Stehplätzen für die Tageskasse zurückhalten, damit auch Kurzentschlossene noch eine Chance auf ein Ticket haben.
Gibt es schon prominente Namen, die ihre Teilnahme bestätigt haben?
Ja, die gibt es. So haben neben den beiden jungen Solothurner Neueidgenossen Lüscher Sinisha und Frank Marius auch weitere Eidgenossen wie Alpiger Nick, Strebel Joel, Voggensberger Lars, Odermatt Adrian und Streich Sascha das Schwingfest in ihrer veröffentlichten Saisonplanung berücksichtigt.
Wie sieht das Essensangebot aus?
Wir haben für alle etwas. Neben den schwingfestüblichen Grillständen mit verschiedenen Würsten, Steaks und Fackelspiessen, gibt es ein Raclettechalet und eine Kaffeestube. Für Vegetarier gibt es zudem auch ein Vegischnitzelbrot im Angebot. In der Planung wurde wenn möglich versucht, auf lokale Produkte zurückzugreifen. So gibt es als Zwischenverpflegung Trockenwürste vom Bio Hof Bucher, welcher nur gerade 200 Meter neben dem Festgelände steht. Weiter gibt es das von der ortsansässigen Brauerei speziell für diesen Anlass gebraute «Hosenlupf Ale» im Angebot.
Sie haben das letzte Wort.
Wir hoffen natürlich auf gutes Wetter. Bei schlechtem Wetter werden wir das Schwinggeschehen aber auf Grossleinwand im Festzelt übertragen, sodass auch in diesem Fall hoffentlich viele Besucher zum Fest kommen.
Alle Infos zum Schwingfest finden Sie unter www.schwingfest2026.ch
Interview: David Annaheim
Auch der grosse Trumpf des Schwingklubs Olten-Gösgen, Sinisha Lüscher (20), steht beim Solothurner Kantonalschwingfest in Stüsslingen am Start. Im Interview gibt er Einblick in seine Vorbereitung und die Ziele für das Schwingerjahr 2026:
Sinisha Lüscher, haben Sie sich gut von der tollen Saison im vergangenen Jahr erholt?
Ich habe eine kleine Pause eingelegt und war auch noch mit meiner Mutter unterwegs. Danach ging es aber relativ schnell wieder zurück in den Schwingkeller und ins Krafttraining. Es gab einen kurzen krankheitsbedingten Unterbruch, aber ansonsten konnte ich mich gut auf die bevorstehende Saison vorbereiten.
Das Jahr 2025 wurde im Schwingsport stark vom Eidgenössischen geprägt. Welche Highlights stehen 2026 für sie an?
Auch heuer steht mit dem Kilchberger-Schwinget wieder ein grosses Fest bevor. Entsprechend trainiert man auf diesen Höhepunkt hin. Gleichzeitig möchte ich meine guten Leistungen der Vorsaison bestätigen und zeigen, was ich kann. Nicht zuletzt, da ich jemand bin, der halt schon sehr gerne gewinnt (schmunzelt).
Dieser Tage finden die ersten Schwingfeste statt. Wo trifft man Sie im Sägmehl an?
Dieses Wochenende geht in Lenzburg das Hallenschwinget über die Bühne, was ein erster guter Gradmesser für den Formstand ist. Die Trainings können noch so gut laufen, am Ende weiss man aber nie,wie man im Sägmehl mit der Nervosität und dem Druck umgeht. Und Anfang Mai will ich natürlich dann voll ready sein, wenn das Solothurner Kantonalschwingfest in Stüsslingen stattfindet.
Die Unterstützung vor Ort wird Ihnen am Kantonalen sicherlich gewiss sein. Erzeugt dies nicht auch einen Erwartungsdruck?
Der Druck von aussen ist sicher da, diesen kann ich aber gut ausblenden. Der Druck kommt vor allem von mir selbst und meinen eigenen Er- wartungen. Hier gilt es einfach einen kühlen Kopf zu bewahren.
Interview: da
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