Bruno Rölli
Er konnte seinen Gravurladen in neue Hände übergeben
Emily Schär.
Bild: zvg
Diesen Sommer war die Wetter-App meine treuste Begleiterin. Jeden Morgen schaute ich mir die Temperaturprognosen für den Tag an und hoffte, dass es in der nächsten Nacht ein wenig kühler würde. Meistens wurde ich enttäuscht. Die scheinbar ewig anhaltende Hitze raubte mir so einige Stunden Schlaf und auch bewährte Abkühlungstechniken wie ein «Aareschwomm» waren an den heissesten Tagen nur noch eine bescheidene Erleichterung.
Überraschend waren diese Umstände jedoch nicht, so nimmt aufgrund des Klimawandels die Häufigkeit von Hitzetagen, Tropennächten und lang anhaltender Trockenzeiten seit Jahren zu. Der Klimawandel zeigt sich aber auch auf andere Weise: Es ist zwar heiss und trocken mit wenig Niederschlägen, aber dafür fallen bei einzelnen Ereignissen häufig sehr grosse Regenmengen in kurzer Zeit.
Als beispielsweise vor zwei Wochen Hagelkörner mit dem Durchmesser eines Zweifränklers auf Olten herunterprasselten, war von der drückenden Hitze der Vortage plötzlich nichts mehr zu spüren. Autos mit Dellen auf der Motorhaube, eingeschlagene Fenster (darunter die beiden Dachfenster unseres Hauses), durchlöcherte Fassaden und Lücken in Gärten, wo einst prächtige Bäume standen, sind seither in der ganzen Stadt anzutreffen.
Der Sturm vom 28. August war beängstigend, teuer (die SGV rechnet mit Schäden bis zu 200 Millionen Franken) und das erste Ereignis seiner Art, das ich erlebt habe. Aber er wird kein Einzelfall bleiben: Die Intensität und Häufigkeit von Extremereignissen wie solchen Starkniederschlägen wird laut dem Bundesamt für Meteorologie in den kommenden Jahren weiter zunehmen.
Dieser Sommer hat also gezeigt, dass sich der Klimawandel jetzt schon von den unterschiedlichsten Seiten zeigt. Und in Zukunft werden wir noch mehr davon erleben. Trotzdem werden sich unsere Bemühungen, den Klimawandel zu bremsen und seine Folgen zu mildern, lohnen: schon jedes Zehntelgrad Erwärmung weniger wird Leben retten und millionenschwere Schäden verhindern.
Emily Schär, Grüne Olten
Nächste Woche:
Die Mitglieder der Oltner Ortsparteien schreiben abwechselnd «Blickwinkel»-Kolumnen in der NOZ. In der kommenden Ausgabe an der Reihe: FDP Olten.
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